Ein Keil treibt den andern
Form & Grammatik
- Grundform
- Ein Keil treibt den andern.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Aussagesatz mit wiederholtem Bezug auf dasselbe Bildobjekt.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Ein neuer Einfluss oder ein passendes Gegenmittel kann einen bisherigen Einfluss verdrängen. Der Spruch nutzt dafür das Bild zweier Keile.
Bedeutung
Einen Einfluss durch einen anderen verdrängen
Ein Keil kann durch einen nachfolgenden Keil aus seiner Lage getrieben werden. Übertragen kann eine neue Beschäftigung einen alten Kummer zurückdrängen oder eine Maßnahme eine andere aufheben. Der Satz beschreibt zunächst einen Mechanismus des Verdrängens; ob das Ergebnis hilfreich ist, ergibt sich erst aus dem Zusammenhang.
„Die neue Aufgabe nimmt mich so in Anspruch, dass ich kaum noch an die Enttäuschung denke. Ein Keil treibt den andern.“
Der neue Schwerpunkt verschiebt die Aufmerksamkeit. Damit ist die ursprüngliche Enttäuschung nicht unbedingt vollständig verarbeitet.
Nicht jedes Problem lässt sich sinnvoll durch ein anderes verdrängen. Ein Ersatz kann selbst belastend sein oder eine nötige Klärung nur aufschieben.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Tat bringt Rat
Tat bringt Rat betont Erkenntnis durch Handeln. Das Keilbild beschreibt dagegen, dass ein neuer Einfluss einen vorhandenen zurückdrängt.
Eine Tätigkeit kann eine Lösung sichtbar machen oder lediglich die Aufmerksamkeit von einem Problem weglenken.
Beispiele und Verwendung
Eine Verlagerung beschreiben
„Seit dem Umzug beschäftigt uns die alte Streitfrage kaum noch. Ein Keil treibt den andern.“
Es lohnt zu unterscheiden, ob etwas gelöst wurde oder nur nicht mehr im Vordergrund steht.
Form und Varianten
Ein Keil ist das Subjekt zu treibt. Den andern ist das Akkusativobjekt; das Nomen Keil wird dort ausgelassen. Andern ist eine verkürzte Form von anderen. Der einfache Satz benötigt kein Komma.
