Es ist niemand gern alt, und doch will jedermann gern alt werden
Form & Grammatik
- Grundform
- Es ist niemand gern alt, und doch will jedermann gern alt werden.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zwei Aussagesätze mit „niemand“ und „jedermann“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Der Wunsch nach langem Leben steht oft neben der Abneigung gegen das Altwerden.
Bedeutung
Langes Leben wünschen und das Altern scheuen
Die beiden Satzteile stehen scheinbar gegeneinander: Viele Menschen wünschen sich weitere Lebensjahre, empfinden einzelne Veränderungen des Alters aber als schwierig. Der Spruch macht diesen Widerspruch mit einer humorvollen Übertreibung sichtbar.
„Hundert möchte ich schon werden, aber auf das Älterwerden könnte ich verzichten“, scherzt Nora.
Noras Wunsch trennt gedanklich das lange Leben von seinen Veränderungen. Genau diesen unmöglichen Gegensatz nimmt der alte Spruch auf.
Der Spruch verallgemeinert humorvoll. Er beschreibt nicht die Haltung aller älteren Menschen oder aller Menschen zum Altern.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr
Der Hänschen-Spruch bewertet Lernen nach dem Lebensalter. Hier geht es um widersprüchliche Wünsche gegenüber dem eigenen Älterwerden.
Neue Fähigkeiten zu erlernen ist eine konkrete Tätigkeit; länger leben zu wollen ist ein persönlicher Wunsch.
Beispiele und Verwendung
Selbstironisch über das Alter sprechen
„Über den nächsten Geburtstag freue ich mich; die höhere Zahl muss ich erst mögen lernen.“
Über sich selbst gesagt, kann der Gegensatz leicht wirken. Als Bemerkung über andere kann er deren Beschwerden verharmlosen.
Form und Varianten
„Alt sein“ bezeichnet einen Zustand, „alt werden“ eine Veränderung. „Jedermann“ bedeutet jeder Mensch und verlangt hier „will“ im Singular. „Und doch“ markiert den Gegensatz zwischen den beiden Aussagen.
