Heiraten in Eile bereut man mit Weile
Form & Grammatik
- Grundform
- Heiraten in Eile bereut man mit Weile.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Reimsatz mit dem substantivisch verwendeten Infinitiv „Heiraten“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Eine übereilt eingegangene Ehe kann später Anlass zu Reue geben. Der Spruch empfiehlt, eine weitreichende persönliche Bindung sorgfältig zu bedenken.
Bedeutung
Eine dauerhafte Bindung nicht überstürzen
Eile und Weile bilden den Reim und zugleich einen zeitlichen Gegensatz. Der raschen Entscheidung steht eine lange Zeit gegenüber, in der man ihre Folgen erlebt. Der Satz richtet den Blick daher auf die Tragweite einer Heirat und nicht auf eine festgelegte Mindestdauer des Kennenlernens.
„Wir möchten erst besprechen, wie wir zusammenleben wollen. Heiraten in Eile bereut man mit Weile.“
Das Paar nimmt sich Zeit für offene Fragen. Die Aussage behauptet nicht, dass eine schnelle Entscheidung bei anderen zwangsläufig falsch wäre.
Eine lange Vorbereitungszeit garantiert keine glückliche Ehe, und eine rasche Heirat muss nicht scheitern. Der Spruch ist eine zugespitzte Mahnung, keine Beziehungsprognose.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Erwäg's, dann wag's
Erst erwägen und dann wagen gilt allgemein für Entscheidungen. Der Heiratsspruch wendet diese Vorsicht auf eine besonders weitreichende Bindung an.
Ein Wunsch kann ernst gemeint sein und trotzdem ein Gespräch über die Folgen verdienen.
Beispiele und Verwendung
Zeit für gemeinsame Fragen nehmen
„Den Termin legen wir fest, wenn die wichtigen Punkte geklärt sind. Heiraten in Eile bereut man mit Weile.“
Gegenüber einem Paar kann der Satz bevormundend klingen; als eigene Überlegung ist er zurückhaltender.
Form und Varianten
Man ist das Subjekt zu bereut. Heiraten in Eile bezeichnet das, was bereut wird. Mit Weile ist eine historische Zeitformulierung. Zwischen der vorangestellten Infinitivgruppe und bereut steht kein Komma.
