Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten
Form & Grammatik
- Grundform
- Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Modalverb-Satz mit der festen Wendung „um … willen“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Ein einzelnes Problem sollte nicht mit einer unverhältnismäßigen Maßnahme beantwortet werden.
Bedeutung
Ein einzelnes Problem verhältnismäßig lösen
Der ganze Wald wird dem einen Baum gegenübergestellt. Das Bild kritisiert eine Maßnahme, die weit mehr zerstört, als zur Beseitigung des Problems nötig wäre. Entscheidend ist das Missverhältnis zwischen Anlass und Wirkung.
„Wegen eines misslungenen Termins den ganzen Kurs zu streichen wäre überzogen. Man muss um eines Baumes willen nicht den ganzen Wald ausrotten.“
Die Kritik am einzelnen Termin bleibt möglich. Sie soll zu einer begrenzten Verbesserung führen statt zum Ende des gesamten Angebots.
Manche Probleme betreffen tatsächlich das ganze System. Der Spruch entscheidet nicht von allein, wie weit eine nötige Änderung reichen muss.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Allzu viel ist ungesund
Das Übermaß ist allgemein das Thema von „Allzu viel ist ungesund“. Das Waldbild bezieht es auf eine übermäßig zerstörerische Problemlösung.
Eine zu große Menge kann stören; eine zu weitreichende Gegenmaßnahme kann zusätzlich brauchbare Teile beseitigen.
Beispiele und Verwendung
Eine gezielte Korrektur suchen
„Wir ändern den fehlerhaften Abschnitt und prüfen die übrigen Teile einzeln.“
Die Begrenzung ist nur sinnvoll, wenn die übrigen Teile tatsächlich tragfähig sind.
Form und Varianten
„Eines Baumes“ ist ein Genitiv in der Verbindung „um eines Baumes willen“. „Den ganzen Wald“ ist das Akkusativobjekt. „Ausrotten“ bleibt nach „muss“ im Infinitiv zusammengeschrieben.
