Viele wissen viel, niemand alles
Form & Grammatik
- Grundform
- Viele wissen viel, niemand alles.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Lernen, Arbeit und Erfahrung
- Form
- Zwei parallel gebaute Satzteile mit einer Verb-Auslassung.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Viele Menschen besitzen umfangreiches Wissen, aber kein einzelner Mensch weiß alles. Der Spruch verbindet Anerkennung von Kenntnis mit dem Bewusstsein ihrer Grenzen.
Bedeutung
Wissen schätzen und Grenzen anerkennen
Der erste Teil würdigt, dass tatsächlich viel gewusst wird. Der zweite nimmt die Vorstellung vollständiger Kenntnis zurück. Daraus kann die Bereitschaft entstehen, andere zu fragen, Fachwissen zu ergänzen oder eine eigene Lücke offen zu benennen. Bescheidenheit bedeutet hier nicht die Abwertung vorhandener Kenntnisse.
„Du kennst dich mit der Technik aus; für den historischen Teil fragen wir jemand anderen. Viele wissen viel, niemand alles.“
Die verschiedenen Kenntnisse werden im Beispiel verbunden, statt von einer Person eine Antwort auf jede Frage zu erwarten.
Dass niemand alles weiß, macht nicht jede Meinung gleich gut begründet. Fachwissen und überprüfbare Belege bleiben wichtige Unterschiede.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Unwissenheit ist kühn
Unwissenheit kann zu falscher Kühnheit führen, wenn die Lücke nicht bemerkt wird. Dieser Spruch bietet die ruhigere Haltung, eigene Grenzen anzuerkennen.
Eine offene Wissenslücke kann durch Nachfragen bearbeitet werden; vorgespielte Sicherheit erschwert das.
Beispiele und Verwendung
Eine eigene Wissenslücke benennen
„Das kann ich nicht sicher beantworten. Viele wissen viel, niemand alles.“
Hilfreich ist anschließend eine Angabe, wie sich die offene Frage zuverlässig prüfen lässt.
Form und Varianten
Viele ist ein unbestimmtes Pronomen im Plural; dazu steht wissen. Im zweiten Teil wird zu niemand die Singularform weiß ergänzt. Viel und alles bezeichnen den Umfang des Wissens. Das Komma trennt die Teile.
