Vorworte brechen Nachworte
Form & Grammatik
- Grundform
- Vorworte brechen Nachworte.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Kurzer Satz mit dem Wortgegensatz „vor – nach“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Klare Absprachen vor einem Vorhaben können spätere Einwände und Streit vermeiden. Der Spruch empfiehlt, Erwartungen rechtzeitig auszusprechen.
Bedeutung
Vorher vereinbaren statt hinterher streiten
Vorworte sind hier vorherige Worte oder Vereinbarungen, Nachworte spätere Einwendungen. Die Begriffe meinen nicht Einleitung und Schluss eines Buches. Brechen bedeutet im Bild, einem späteren Streit die Grundlage zu nehmen. Entscheidend ist, dass die Beteiligten dieselben Bedingungen kennen und akzeptieren.
„Wir klären vor dem Ausflug, wie wir die Kosten teilen. Vorworte brechen Nachworte.“
Die Absprache verhindert im Beispiel, dass erst nach der Ausgabe unterschiedliche Erwartungen sichtbar werden.
Keine Vereinbarung kann jeden späteren Umstand vorhersehen. Neue Informationen oder veränderte Bedingungen können eine erneute Klärung nötig machen; der Spruch verbietet sie nicht.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Kurze Rechnung, lange Freundschaft
Kurze Rechnung empfiehlt zeitnahe Abrechnung. Vorworte setzen noch früher an und klären, nach welchen Regeln überhaupt gerechnet wird.
Zuerst wird vereinbart, wer welche Kosten trägt; danach wird entsprechend abgerechnet.
Beispiele und Verwendung
Erwartungen vor Beginn klären
„Besprechen wir zuerst, wer welchen Teil übernimmt. Vorworte brechen Nachworte.“
Eine brauchbare Absprache braucht verständliche Bedingungen und die tatsächliche Zustimmung der Beteiligten.
Form und Varianten
Vorworte ist das Subjekt im Plural, Nachworte das Akkusativobjekt. Brechen steht in der dritten Person Plural. Beide Nomen haben hier historische Bedeutungen als vorherige und spätere Äußerungen. Die zusammengesetzten Wörter werden jeweils zusammengeschrieben.
