Wenn jemand mich einmal betrügt, so verzeih es ihm Gott, betrügt er mich zum zweiten Mal, so verzeih es mir Gott
Form & Grammatik
- Grundform
- Wenn jemand mich einmal betrügt, so verzeih es ihm Gott, betrügt er mich zum zweiten Mal, so verzeih es mir Gott.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Menschen, Sprache und Zusammenleben
- Form
- Zwei parallele Bedingungsgefüge mit Wunschsätzen.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Aus einer Täuschung sollte man lernen und wiederholtes blindes Vertrauen überdenken.
Bedeutung
Nach einer Täuschung das Vertrauen neu prüfen
Die Wiederholung unterscheidet den ersten Betrug von einem erneuten unkritischen Vertrauen. Der Spruch legt nahe, aus Erfahrung zu lernen. Die Selbstanklage im zweiten Teil ist zugespitzt und darf die Verantwortung der täuschenden Person nicht verdrängen.
„Nach der ersten falschen Zusage verlange ich diesmal eine klare Bestätigung.“
Der Gedanke des langen Spruchs wird hier durch eine konkrete Vorsichtsmaßnahme umgesetzt. Vertrauen wird überprüft, nicht pauschal ausgeschlossen.
Für einen erneuten Betrug bleibt die betrügende Person verantwortlich. Ausgenutztes Vertrauen macht Betroffene nicht schuld am Fehlverhalten anderer.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Aus Schaden wird man klug
„Aus Schaden wird man klug“ bezeichnet den Erfahrungsgewinn allgemein. Der lange Betrugsspruch konkretisiert ihn beim wiederholten Vertrauen.
Ein Fehler beim Bauen kann eine neue Arbeitsweise lehren; eine falsche Zusage kann den Bedarf nach Überprüfung zeigen.
Beispiele und Verwendung
Eine Zusage absichern
„Wir halten diesmal fest, wer was bis wann übernimmt.“
Eine klare Vereinbarung kann helfen, ohne andere aufgrund eines einzelnen Erlebnisses allgemein zu verdächtigen.
Form und Varianten
„Verzeih es ihm Gott“ und „verzeih es mir Gott“ sind Wunschsätze mit dem Subjekt „Gott“. Das Verb steht im Konjunktiv I. „Zum zweiten Mal“ enthält das großgeschriebene Nomen „Mal“.
