Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Geld, Besitz und das richtige Maß
- Form
- Zweiteiliger Reimspruch mit der festen Genitivverbindung „des Talers wert“.
Definition · kurz erklärt
Wer größere Werte schätzen will, soll auch kleine achten. Das Sprichwort empfiehlt einen sorgfältigen Umgang mit kleinen Geldbeträgen.
Bedeutung
Auch geringe Geldwerte achten
Pfennig und Taler stehen als kleine und größere Münze einander gegenüber. Ehren bedeutet hier sinngemäß wertschätzen. Der Satz verbindet Sparsamkeit mit einer moralischen Bewertung.
„Die wenigen Münzen werfen wir nicht weg. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“
Die alten Münznamen werden bildlich auf heutiges Geld übertragen. Gemeint ist der Umgang mit kleinen Beträgen, keine aktuelle Währungsrechnung.
Großzügigkeit ist nicht automatisch Verschwendung. Der Spruch rechtfertigt auch nicht, Menschen mit wenig Geld einen geringeren Wert zuzuschreiben.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Kleinvieh macht auch Mist
„Kleinvieh macht auch Mist“ betont das Zusammenzählen kleiner Beiträge. Der Pfennig-Spruch bewertet die Haltung gegenüber kleinen Geldwerten.
Ein kleines Trinkgeld zu achten ist eine Haltung; viele kleine Spenden zusammenzurechnen beschreibt eine Wirkung.
Beispiele und Verwendung
Eine kleine Ersparnis kommentieren
„Die Rückerstattung ist gering, aber ich hebe sie auf. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“
Mit den historischen Münznamen kann die Bemerkung bewusst altmodisch oder scherzhaft klingen.
Form und Varianten
Nach dem wer-Satz steht ein Komma. Den Pfennig ist Akkusativobjekt zu ehrt. Des Talers ist ein Genitiv zu dem Adjektiv wert; wert wird kleingeschrieben. Die alten Münzbezeichnungen gehören zur überlieferten Form. Eine Ersetzung durch heutige Münznamen ist eine Abwandlung, keine notwendige Rechtschreibkorrektur.
