Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Entscheidungen, Glück und Folgen
- Form
- Zwei parallele Sätze mit dem trennbaren Verb „auftun“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Unaufmerksamkeit kann vermeidbare Ausgaben verursachen.
Bedeutung
Unaufmerksamkeit kann teuer werden
Die geöffneten Augen stehen für genaue Prüfung, der geöffnete Beutel für spätere Ausgaben. Das Wortspiel verbindet eine versäumte Aufmerksamkeit mit einer möglichen finanziellen Folge.
„Ich habe die Maße nicht geprüft und muss das Regal noch einmal kaufen. Wer die Augen nicht auftut, muss den Beutel auftun.“
Die Zusatzkosten hängen im Beispiel unmittelbar mit dem vermeidbaren Übersehen zusammen.
Nicht jede unerwartete Ausgabe entsteht durch Unaufmerksamkeit. Verdeckte Mängel oder Pech können auch bei sorgfältiger Prüfung auftreten.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Gib acht ist mehr als Reue
„Gib acht ist mehr als Reue“ nennt allgemeines späteres Bedauern. Der Beutel-Spruch macht die mögliche Folge als Geldverlust besonders konkret.
Ein falsch adressierter Brief verursacht Ärger; ein falsch bestelltes Teil kann zusätzlich Geld kosten.
Beispiele und Verwendung
Vor dem Kauf prüfen
„Wir vergleichen die Anschlüsse, bevor wir das Ersatzteil bestellen.“
Der Prüfschritt ist auf den tatsächlich möglichen Fehler zugeschnitten.
Form und Varianten
Im „wer“-Satz steht „auftut“ zusammen am Ende. Nach „muss“ folgt der Infinitiv „auftun“. „Die Augen“ und „den Beutel“ sind Akkusativobjekte.
