Wer in seinen Beutel lügt, niemand als sich selbst betrügt
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer in seinen Beutel lügt, niemand als sich selbst betrügt.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Geld, Besitz und das richtige Maß
- Form
- Gereimter „wer“-Satz mit älterer Wortstellung im Hauptteil.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Wer sich die eigenen Verhältnisse schönrechnet, schadet am Ende sich selbst.
Bedeutung
Sich die eigenen Verhältnisse nicht schönrechnen
Der Beutel steht für die eigenen Mittel. Wer sich ihren Umfang besser vorstellt, als sie sind, kann später an den tatsächlichen Grenzen scheitern. Die Täuschung richtet sich im Bild vor allem gegen das eigene Urteil.
„Ich rechne mit Einnahmen, die noch gar nicht zugesagt sind. Wer in seinen Beutel lügt, niemand als sich selbst betrügt.“
Die Person erkennt eine zu günstige Darstellung ihrer Möglichkeiten. Der Spruch fordert einen nüchternen Blick auf die Grundlage der Planung.
Selbsttäuschung kann auch andere Beteiligte schädigen. Das „niemand als sich selbst“ ist eine rhetorische Zuspitzung, keine vollständige Folgenanalyse.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Lügen haben kurze Beine
Kurze Beine betreffen eine Lüge, die auffliegt. Der Beutel-Spruch betont den Schaden, den eine beschönigte Sicht für die täuschende Person selbst erzeugt.
Andere über Geld zu täuschen und sich selbst etwas über den eigenen Spielraum vorzumachen sind verschiedene Vorgänge.
Beispiele und Verwendung
Eine Annahme von einer Zusage trennen
„Die möglichen Aufträge führen wir getrennt von den bereits bestätigten.“
Die Trennung macht sichtbar, worauf sich die Planung tatsächlich stützt.
Form und Varianten
Im zweiten Teil bleibt die feste Stellung „niemand als sich selbst betrügt“ erhalten. Heute frei formuliert hieße es etwa „betrügt niemanden außer sich selbst“. „Seinen Beutel“ steht im Akkusativ.
