Wer viel anfängt, endet wenig
Form & Grammatik
- Grundform
- Wer viel anfängt, endet wenig.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Lernen, Arbeit und Erfahrung
- Form
- „Wer“-Satz mit gegensätzlichen Mengenangaben „viel“ und „wenig“.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Zu viele Vorhaben können verhindern, dass etwas fertig wird.
Bedeutung
Zu viele Anfänge können Abschlüsse verhindern
Wer ständig ein neues Vorhaben beginnt, verteilt Zeit und Aufmerksamkeit auf viele offene Baustellen. Der Spruch mahnt zur Auswahl und zum Fertigstellen. Er beschreibt ein mögliches Problem, kein Verbot verschiedener Interessen.
„Fünf halb gestrichene Stühle stehen im Keller, und jetzt kommt ein Regal dazu. Wer viel anfängt, endet wenig.“
Die Zahl der begonnenen Arbeiten wächst, während kaum eine abgeschlossen wird. Die Kritik richtet sich auf dieses Verhältnis.
Mehrere Aufgaben können sich sinnvoll ergänzen. Problematisch wird ihre Zahl erst, wenn die verfügbaren Kräfte für ihren Abschluss nicht ausreichen.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Viele Köche verderben den Brei
Viele Köche betreffen zu viele unkoordinierte Beteiligte. Hier kann eine einzige Person durch zu viele gleichzeitige Anfänge Schwierigkeiten bekommen.
Ein Team kann schlecht abgestimmt sein; eine Einzelperson kann ihre Zeit auf zu viele Vorhaben verteilen.
Beispiele und Verwendung
Prioritäten setzen
„Ich mache zuerst die Reparatur fertig, bevor ich das nächste Möbelstück anfange.“
Der konkrete nächste Abschluss übersetzt den Spruch in eine umsetzbare Entscheidung.
Form und Varianten
„Anfängt“ ist die dritte Person Singular von „anfangen“; im Nebensatz steht es zusammen. „Endet“ wird hier im älteren Sinn von zu Ende bringen gebraucht. Vor dem Hauptsatz steht ein Komma.
