Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht hinein
Form & Grammatik
- Grundform
- Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht hinein.
- Eintragstyp
- Sprichwort
- Thema
- Lernen, Arbeit und Erfahrung
- Form
- „Wo“-Satz mit bildlicher Ortsangabe.
- Gebrauch
- Historisch überliefert; heutige Häufigkeit nicht bestimmt
Definition · kurz erklärt
Überheblichkeit kann verhindern, dass jemand etwas dazulernt.
Bedeutung
Überheblichkeit kann Lernen verhindern
Dünkel ist eine überhöhte Vorstellung vom eigenen Rang oder Können. Als Abdeckung der Augen verhindert er im Bild, dass Licht hineingelangt. Das Licht steht für neue Einsicht oder eine korrigierende Erfahrung.
„Sie hält jeden Hinweis für überflüssig und übersieht deshalb den Fehler. Wo Dünkel über den Augen liegt, da kann kein Licht hinein.“
Die Abwehr neuer Informationen wird als Folge übertriebener Selbstsicherheit beschrieben. Das Beispiel kritisiert das Verhalten, nicht die Person als Ganzes.
Ein abgelehnter Hinweis ist nicht automatisch ein Beweis für Überheblichkeit. Vielleicht ist er sachlich falsch oder unklar formuliert.
Ähnliche Sprichwörter und ihre Unterschiede
Hochmut kommt vor dem Fall
Hochmut kann zu einem späteren Fall führen. Der Dünkel-Spruch zeigt einen möglichen Zwischenschritt: Überheblichkeit blockiert neue Einsicht.
Eine Warnung nicht zu hören kann einen Fehler begünstigen; ein Fehler allein beweist noch keinen Hochmut.
Beispiele und Verwendung
Offen für Korrektur bleiben
„Ich glaube, dass mein Plan stimmt, lasse den kritischen Punkt aber noch einmal prüfen.“
Zuversicht und Offenheit für Gegenargumente können zusammen bestehen.
Form und Varianten
„Über den Augen“ bezeichnet hier eine Lage und steht im Dativ Plural. „Da“ nimmt die Ortsangabe wieder auf. Im zweiten Teil bleibt das zu „kann“ gehörende Verb gelangen sinngemäß unausgesprochen.
