obendrauf
Form & Grammatik
Adverb- Stichwort
- obendrauf
- Worttrennung
- oben·drauf
Gebrauch: In der hier erläuterten adverbialen Verwendung unveränderlich; keine Personen- oder Kasustabelle.
Definition · kurz erklärt
Obendrauf bedeutet auf allem anderen oder auf alles andere. Das Adverb beschreibt eine Lage ganz oben oder die Richtung, in der etwas auf eine vorhandene Anordnung gelegt wird.
Bedeutungen
Auf allem anderen liegen oder dorthin gelangen
Obendrauf setzt einen Bezugspunkt voraus, etwa einen Stapel, einen Haufen oder mehrere aufeinanderliegende Gegenstände. Es benennt die obere Position. Ob etwas dort bereits liegt oder erst dorthin gelegt wird, ergibt sich aus dem Verb.
Die Skizzen liegen in der Mappe, der Lageplan liegt obendrauf.
Der Lageplan nimmt in der beschriebenen Anordnung die obere Position ein. Der Satz sagt nichts über die Reihenfolge ihrer Entstehung.
Synonyme: andere Wörter für obendrauf
Eine obere Lage nennen
obenauf · ganz oben · auf allem anderen
Obenauf ist eine nahe Alternative. Ganz oben ist allgemeiner und kann auch eine Höhe ohne Auflage auf andere Dinge meinen. Obendrauf bezieht sich deutlicher auf das Darunterliegende.
„Die Decke liegt obendrauf“ → „Die Decke liegt auf allem anderen“.
Eine Bewegung beschreiben
obenauf legen · auf alles andere legen
Bei einer Bewegung hilft das Verb, den Vorgang von der fertigen Lage zu unterscheiden. Darüber kann dagegen auch eine freie Position oberhalb von etwas meinen, ohne dass der Gegenstand darauf liegt.
„Sie legt den Plan obendrauf“ nennt eine Ablage; „Sie hält den Plan darüber“ beschreibt eine andere Lage.
Beispiele und Verwendung
Den Bezug sichtbar machen
Zuerst kommen die großen Blätter in den Karton, die kleinen legt sie obendrauf.
Die Reihenfolge im Beispiel erklärt, worauf sich die obere Position bezieht. Eine allgemeine Sortierregel wird nicht behauptet.
Ort und Zeitpunkt trennen
Der Brief liegt obendrauf, obwohl er als Erster geschrieben wurde.
Die obere Lage ist eine räumliche Angabe. Sie muss nicht mit einer späteren Entstehungszeit verbunden sein.
Grammatik und Beugung
Obendrauf ist ein Adverb und bleibt unverändert: Das Blatt liegt obendrauf, Die Blätter lagen obendrauf. Zahl und Zeit werden hier am Nomen und am Verb sichtbar. Eine Kasus- oder Personentabelle für obendrauf wäre unpassend.
Die Zusammenschreibung lautet obendrauf, die Worttrennung oben·drauf. Die genaue Lage erklärt der jeweilige Bezug im Satz. Wenn dieser unklar bleibt, ist eine ausdrückliche Ergänzung wie auf dem Stapel oft verständlicher.
Redewendungen und feste Verbindungen
Jemandem eins obendrauf geben
Umgangssprachlich kann die Wendung einen Schlag bezeichnen. Übertragen kann sie auch eine deutliche Warnung meinen.
Im Dialog heißt es, die Gegnerin habe ihm verbal eins obendrauf gegeben.
Verbal lenkt hier auf die übertragene Warnung. Ohne eine solche Einordnung muss der Zusammenhang klären, ob tatsächlich ein Schlag gemeint ist.
Bei einer bloßen Ergänzung ist obendrein eine passendere Umschreibung für außerdem oder zusätzlich. Diese zusätzliche Angabe ist von der hier erläuterten oberen Lage und von der festen Wendung zu unterscheiden.
