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GAU

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
GAU
Worttrennung
GAU
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des GAUs
Plural
die GAUs

Abkürzung für größter anzunehmender Unfall; auch übertragene Verwendung. Nicht mit dem historischen Gebietsbegriff Gau gleichsetzen.

Auch Gau ist als Schreibung des Unfallbegriffs zulässig; davon den historischen Gebietsbegriff nach dem Zusammenhang unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

GAU steht für größter anzunehmender Unfall. Die Abkürzung stammt aus dem Bereich der nuklearen Sicherheit. Im übertragenen Gebrauch bezeichnet sie eine besonders schlimme Entwicklung oder einen aus Sicht der Beteiligten katastrophalen Fehlschlag.

Fachbegriff und drastisches Alltagswort

Im fachlichen Zusammenhang bezieht sich der Ausdruck auf Annahmen, die der Auslegung einer Anlage zugrunde liegen. Er bedeutet nicht einfach jeden beliebigen Unfall und auch nicht den schlimmsten denkbaren Ausgang ohne jede Begrenzung. In einer technischen Erklärung müssen die verwendeten Begriffe deshalb genauer bestimmt werden.

Im Alltag wird die Abkürzung oft lockerer verwendet. Ein verlorener Datenträger kurz vor einer Präsentation kann als GAU bezeichnet werden, obwohl keine technische Katastrophe gemeint ist. Die Wortwahl verdeutlicht dann vor allem die Bewertung und Betroffenheit der sprechenden Person.

Wie stark soll die Bewertung sein?

  • Katastrophe ist im übertragenen Gebrauch ähnlich stark, kann aber ebenfalls ein tatsächliches Großschadensereignis bezeichnen.
  • Desaster passt zu einem schweren Fehlschlag und hebt häufig ein verheerendes Ergebnis hervor.
  • Schlimmster Fall bezeichnet eine ungünstige Möglichkeit. Der Ausdruck setzt nicht voraus, dass dieser Fall bereits eingetreten ist.

„Der Ausfall der einzigen Datei wäre für die Gruppe der GAU.“
„Der Ausfall der einzigen Datei wäre für die Gruppe der schlimmste Fall.“

Beide Sätze bewerten eine mögliche Entwicklung. Die zweite Fassung ist weniger drastisch und macht den Vergleich innerhalb des beschriebenen Projekts deutlicher.

„Die misslungene Generalprobe war für ihn ein GAU.“
„Die misslungene Generalprobe war für ihn ein Desaster.“

Beide Formulierungen geben seine Bewertung wieder. Sie beweisen nicht, dass die spätere Aufführung ebenfalls scheitert oder dass andere Beteiligte die Probe genauso einschätzen.

Großschreibung und Formen

Deklination von GAUDie vier Fälle
Beugung von GAU
FallSingularPlural
Nominativder GAUdie GAUs
Genitivdes GAUsder GAUs
Dativdem GAUden GAUs
Akkusativden GAUdie GAUs

Üblich ist die Schreibung GAU; auch Gau ist für den Unfallbegriff zulässig. Bei GAU erhalten Genitiv und Plural ein s: des GAUs, mehrere GAUs. Daneben gibt es den historischen Gebietsbegriff Gau. Welche Bedeutung gemeint ist, muss der Zusammenhang zeigen.

Übertreibungen einordnen

In einer Analyse lässt sich erläutern, dass die starke Bezeichnung eine emotionale Perspektive zeigt. In sachlichen Berichten sollte dagegen möglichst genau stehen, was ausgefallen ist und welche Folgen tatsächlich entstanden sind. Eine dramatische Benennung ersetzt diese Informationen nicht.