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Hunger

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Hunger
Worttrennung
Hun·ger
Artikel
der
Geschlecht
maskulin
Genitiv
des Hungers
Plural
kein Plural

Formen und Verwendung im Detail

Hunger: Hunger bezeichnet das Bedürfnis nach Nahrung, einen Mangel an Lebensmitteln oder übertragen ein starkes Verlangen nach etwas.

Bedeutung und Zusammenhang

Hunger kann das persönliche Bedürfnis bezeichnen, etwas zu essen. Das Wort erscheint dann in Sätzen über das eigene Empfinden: Jemand hat Hunger oder stillt seinen Hunger. Umgangssprachlich kann auch die Lust auf eine bestimmte Speise so genannt werden. Daraus lässt sich nicht ohne Weiteres ein länger andauernder Nahrungsmangel ableiten.

In Berichten über Kriege, Krisen oder Armut bezeichnet Hunger dagegen eine ernste Mangellage. Hier geht es nicht nur um den Moment vor dem Mittagessen. Übertragen meint das Wort ein leidenschaftliches Verlangen, etwa nach Anerkennung oder Gerechtigkeit. Diese bildliche Verwendung darf die tatsächliche Bedeutung einer Hungersnot nicht verdecken.

Synonyme im Gebrauch

Appetit betont die Lust auf Essen oder eine bestimmte Speise. Heißhunger verstärkt den plötzlich oder besonders stark empfundenen Wunsch. Kohldampf ist eine umgangssprachliche, lockerere Bezeichnung für Hunger.

Bei fehlenden Lebensmitteln passt Nahrungsmangel, bei einer umfassenden Notlage Hungersnot. Im übertragenen Sinn sind Sehnsucht oder starkes Verlangen mögliche Alternativen. Sie müssen zum Gegenstand passen: Anerkennung wird gewünscht, nicht gegessen.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Nach dem langen Ausflug hatten die Kinder Hunger.“
„In der Krisenregion litten die Kinder Hunger.“

Der erste Satz kann einen vorübergehenden Essensbedarf beschreiben. Der zweite weist auf eine ernste Versorgungslage hin. Die Verbindung Hunger leiden und der Kontext geben der Aussage ein anderes Gewicht.

Vergleiche: „Sie verspürte Hunger auf warmes Brot.“
„Sie verspürte Hunger nach Anerkennung.“

Im ersten Satz ist Essen gemeint, im zweiten ein übertragenes Verlangen. Die unterschiedlichen Ergänzungen machen den Wechsel sichtbar. Eine Umschreibung sollte diesen Bedeutungsunterschied erhalten.

Verwendung und Satzbau

Üblich sind Hunger haben, Hunger bekommen und den Hunger stillen. In der Verbindung Hunger nach etwas steht nach mit Dativ: „sein Hunger nach Wissen“. Eine andere Konstruktion ist „Hunger auf eine Suppe“, die umgangssprachlich den Appetit auf ein Gericht hervorhebt.

In einem sachlichen Bericht ist es wichtig, individuelle Empfindungen und eine Versorgungslage auseinanderzuhalten. Die Aussage über einen einzelnen hungrigen Nachmittag trägt keine Behauptung über eine dauerhafte Notlage. Umgekehrt wäre es verharmlosend, einen belegten Nahrungsmangel nur als gelegentlichen Appetit zu beschreiben.

Feste Verbindungen und Wendungen

Hunger ist der beste Koch besagt, dass einem hungrigen Menschen auch einfaches Essen gut schmecken kann. „Nach der Wanderung fanden sie selbst die trockenen Brote köstlich: Hunger ist der beste Koch.“ Das Sprichwort bewertet den Appetit, nicht die Qualität einer Ernährung.

Grammatik und Wortformen

Deklination von HungerDie vier Fälle
Hunger: Formen in den vier Fällen
FallSingular
Nominativder Hunger
Genitivdes Hungers
Dativdem Hunger
Akkusativden Hunger