Kritiker
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Kritiker
- Worttrennung
- Kri·ti·ker
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Kritikers
- Plural
- die Kritiker
Gebrauch: Personenbezeichnung: prüfende Beurteilung oder kritische Einwände; auch beruflich verfasste Kunst-/Medienkritik. Feminine Personenbezeichnung: Kritikerin, keine Kasusform von Kritiker.
Definition · kurz erklärt
Ein Kritiker beurteilt jemanden oder etwas prüfend und äußert dazu Kritik. Das Wort kann eine Person mit Einwänden gegen einen Vorschlag bezeichnen, aber auch jemanden, der etwa Bücher, Filme oder Aufführungen bespricht. Ein Kritiker muss deshalb nicht ausschließlich ablehnend urteilen.
Bedeutungen
Einwände gegen eine Sache
Ein Kritiker eines Plans macht auf Schwächen, Probleme oder unerwünschte Folgen aufmerksam. Welche Einwände er vorbringt und wie gut sie begründet sind, sagt die Bezeichnung allein nicht. Sie ersetzt keine Darstellung seiner Argumente.
Ein Kritiker kann einen Vorschlag grundsätzlich unterstützen und einzelne Punkte ändern wollen. Ein Gegner lehnt ihn dagegen stärker oder insgesamt ab. In einer Erörterung ist diese Unterscheidung nützlich: Wer jeden Einwand als Gegnerschaft beschreibt, verschärft die Position einer Person möglicherweise unzutreffend.
Werke besprechen und bewerten
Ein Literatur-, Film- oder Theaterkritiker beschreibt und beurteilt ein Werk beziehungsweise eine Aufführung. Eine solche Kritik kann lobend, ablehnend oder abwägend ausfallen. Die Berufsbezeichnung bedeutet also nicht Nörgler. Eine einzelne Buchbesprechung macht außerdem nicht automatisch jede Verfasserin oder jeden Verfasser zum berufsmäßigen Kritiker.
Kritiker: Synonyme und andere Wörter
Eine Position in einer Debatte benennen
Einwände erhebende Person · je nach Position: Gegner · Skeptiker
Ein Gegner steht einer Sache ablehnend gegenüber. Ein Skeptiker äußert Zweifel oder hält sich mit Zustimmung zurück. Ein Kritiker kann konkreter an einzelnen Schwächen arbeiten. Welches Wort passt, muss die tatsächliche Position zeigen.
„Der Kritiker des Plans verlangt einen sichereren Fußweg“ ist nicht automatisch gleichbedeutend mit „Der Gegner will den Plan verhindern“.
Der zweite Satz unterstellt ein weitergehendes Ziel. Die verlangte Änderung allein belegt das nicht.
Eine Werkbesprechung verfassen
Rezensent · Besprecher · Kunstkritiker
Rezensent passt zu einer Rezension. Kunstkritiker grenzt den Gegenstand ein und eignet sich nicht unverändert für jede politische Kritik. Gutachter bezeichnet wiederum eine bestimmte prüfende Aufgabe, die nicht mit einer öffentlichen Rezension zusammenfallen muss.
„Der Kritiker lobt den Aufbau des Romans.“ → „Der Rezensent lobt den Aufbau des Romans.“
Die positive Beurteilung bleibt erhalten. „Der Nörgler lobt …“ würde eine abwertende Sicht auf die Person ergänzen, die im Ausgangssatz fehlt.
Verwendung und Beispiele
„Der Kritiker des Entwurfs befürwortete die neue Bücherei, bemängelte aber den fehlenden barrierefreien Zugang.“
Der Satz trennt die grundsätzliche Zustimmung von einem bestimmten Einwand. Gegner wäre ohne weitere Angaben zu pauschal.
„In seiner Besprechung würdigte der Kritiker die ruhige Erzählweise und erklärte zugleich, weshalb ihm der Schluss zu offen blieb.“
Lob und Einwand können in einer Kritik zusammenstehen. Die Bezeichnung Kritiker legt das Ergebnis der Beurteilung nicht fest.
Grammatik
Das Nomen ist grammatisch maskulin: der Kritiker, Genitiv des Kritikers. Im Plural bleibt die Grundform erhalten: die Kritiker; nur im Dativ kommt n hinzu: den Kritikern. Die feminine Personenbezeichnung heißt Kritikerin und besitzt eigene Formen. Sie ist keine Fallform des Wortes Kritiker. Grammatisches Genus und die in einem konkreten Satz gemeinten Personen sind unterschiedliche Fragen. Die Worttrennung lautet Kri·ti·ker.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Kritiker | die Kritiker |
| Genitiv | des Kritikers | der Kritiker |
| Dativ | dem Kritiker | den Kritikern |
| Akkusativ | den Kritiker | die Kritiker |
