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Liebe

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Liebe
Worttrennung
Lie·be
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Liebe
Plural
die Lieben (Beziehungen oder geliebte Personen)

Als Gefühl gewöhnlich Singular; der Plural bezeichnet einzelne Beziehungen oder Personen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Liebe ist eine starke, meist tiefe Zuneigung zu einem Menschen oder zu etwas, das jemandem besonders wichtig ist. Das Wort kann außerdem eine Liebesbeziehung, eine geliebte Person oder eine besonders zugewandte Art des Handelns bezeichnen.

Bedeutungen

Zuneigung und Verbundenheit

Liebe kann partnerschaftlich, familiär oder freundschaftlich verstanden werden. Sie ist nicht auf erotische Beziehungen beschränkt. Welche Art gemeint ist, ergibt sich etwa aus Verbindungen wie Elternliebe oder Liebe zum Partner.

Eine Sache liegt jemandem am Herzen

Die Liebe zur Musik oder zur Natur bezeichnet eine starke innere Verbundenheit. Damit ist keine Beziehung zwischen zwei Personen gemeint. In „mit Liebe gekocht“ steht dagegen die sorgfältige und zugewandte Ausführung im Vordergrund.

Ein Mensch oder eine Beziehung

„Seine erste Liebe“ kann die erste Liebesbeziehung oder die damals geliebte Person bezeichnen. Bei „mehreren großen Lieben“ werden solche Beziehungen gezählt, nicht das Gefühl in einzelne messbare Stücke zerlegt. Die Verbindung „Liebe machen“ ist eine Umschreibung für sexuellen Kontakt und hat damit eine eigene Bedeutung.

Liebe: Synonyme und andere Wörter

Ein Gefühl für Menschen

Zuneigung, Verbundenheit

Zuneigung kann weniger intensiv sein als Liebe. Verbundenheit betont eine innere Nähe und kann auch aus gemeinsamen Erfahrungen entstehen. Welche Umschreibung passt, hängt davon ab, wie stark und welcher Art die Beziehung ist.

„Sie empfindet Liebe für ihren Bruder.“ → „Sie fühlt sich ihrem Bruder tief verbunden.“ Die zweite Fassung betont Nähe, ohne eine romantische Beziehung anzudeuten.

Ein starkes Interesse

Begeisterung, Leidenschaft

Bei einer Sache kann Begeisterung die lebhafte Freude daran beschreiben. Leidenschaft betont die Intensität. Beide Wörter passen etwa zur Musik, ersetzen Liebe aber nicht automatisch in familiären oder partnerschaftlichen Aussagen.

„Ihre Liebe zum Theater prägt ihre Freizeit.“ → „Ihre Leidenschaft für das Theater prägt ihre Freizeit.“ Die zweite Fassung hebt den starken Einsatz hervor.

Verwendung und Beispiele

„Aus Liebe zu ihrer Schwester nimmt sie sich Zeit, deren Sorgen anzuhören.“

Der Satz verbindet das Gefühl mit einer konkreten Handlung. Er sagt nicht, dass Zuhören immer Liebe beweist; in dieser Szene wird die Motivation ausdrücklich genannt.

„Er restauriert das alte Fahrrad mit viel Liebe zum Detail.“

Liebe zum Detail bedeutet hier große Sorgfalt. Gemeint ist weder eine Liebesbeziehung zum Gegenstand noch bloß ein hoher Zeitaufwand, sondern die aufmerksame Ausführung.

Grammatik

Liebe ist feminin; die Worttrennung lautet Lie·be. Als Bezeichnung des Gefühls steht das Wort gewöhnlich im Singular. Der Plural Lieben ist möglich, wenn einzelne Liebesbeziehungen oder geliebte Personen gemeint sind.

Die Tabelle trennt diese Numeri: Die Singularformen passen zur Gefühlsbezeichnung; die Pluralformen beziehen sich auf zählbare Beziehungen oder Personen. „Meine Lieben“ kann außerdem eine substantivierte Anrede sein und muss im Satz gesondert betrachtet werden.

Liebe: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Liebedie Lieben
Genitivder Liebeder Lieben
Dativder Liebeden Lieben
Akkusativdie Liebedie Lieben

Was bedeutet „Liebe macht blind“?

Das Sprichwort meint, dass starke Zuneigung den kritischen Blick auf Schwächen beeinträchtigen kann. „Sie entschuldigt jede Unzuverlässigkeit ihres Partners; ihre Freundin meint, Liebe mache blind.“ Das ist eine wertende Deutung, keine Aussage, die auf jede Beziehung zutrifft.

Wer liebevoll handelt, kann trotzdem Grenzen setzen. Liebe und kritiklose Zustimmung sind keine bedeutungsgleichen Begriffe.