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Mätresse

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Mätresse
Worttrennung
Mä·tres·se
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Mätresse
Plural
die Mätressen

Historisch für eine Geliebte am Herrscherhof; heute oft abwertend.

Weitere mögliche Worttrennung: Mät·res·se.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Mätresse war historisch die Geliebte eines Fürsten oder eines anderen Herrschers, deren Stellung am Hof bekannt sein konnte. Heute wird das Wort auch abwertend für eine Geliebte, besonders die eines verheirateten Mannes, verwendet.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Geliebte am Hof eines Herrschers

In historischen Darstellungen bezeichnet Mätresse eine Geliebte in der Umgebung eines Herrschers. Die Bezeichnung kann eine gesellschaftlich erkennbare Stellung am Hof meinen. Ob eine bestimmte Frau politischen Einfluss hatte, lässt sich daraus allein nicht ableiten; dafür braucht es Angaben zur konkreten Person und Situation.

„Die historische Darstellung beschreibt die Frau als Mätresse des Fürsten.“

Die Bezeichnung ordnet ihre Beziehung am Hof ein. Ein bestimmter politischer Einfluss folgt daraus noch nicht.

Bedeutung 2: Abwertende Bezeichnung für eine Geliebte

In heutiger Rede klingt Mätresse meist distanzierend oder abwertend. Das Wort beschreibt nicht bloß eine Beziehung, sondern kann eine moralische Bewertung der Frau mittransportieren. Für eine sachliche Darstellung ist eine genauere Benennung der Beziehung häufig geeigneter.

Mätresse ist weder automatisch ein anderes Wort für Ehefrau noch für Prostituierte. Solche Gleichsetzungen würden unterschiedliche Beziehungsformen vermischen. Auch über die persönlichen Beweggründe der Beteiligten gibt die Bezeichnung keine sichere Auskunft.

„Im Streit bezeichnet die Figur die Geliebte des Mannes abwertend als Mätresse.“

Das Beispiel macht die wertende Wortwahl kenntlich. Sie sollte nicht unbesehen als neutrale Erzählerbeschreibung übernommen werden.

Mätresse: Synonyme und andere Wörter

Im historischen Zusammenhang

Geliebte eines Herrschers · Hofgeliebte

Die Umschreibung erklärt die Beziehung verständlich. Hofgeliebte hebt die Umgebung eines Hofs hervor. Günstling betrifft dagegen eine bevorzugte Stellung und setzt keine Liebesbeziehung voraus.

„Der Bericht erwähnt die Mätresse des Fürsten.“ → „Der Bericht erwähnt die Geliebte des Fürsten.“ Die zweite Fassung ist leichter verständlich, bezeichnet aber die besondere Stellung am Hof weniger deutlich.

In heutigen Beziehungstexten

Geliebte · außereheliche Partnerin

Geliebte kann je nach Satz ebenfalls eine heimliche oder außereheliche Beziehung meinen. Außereheliche Partnerin benennt diesen Umstand ausdrücklich und sollte nur verwendet werden, wenn tatsächlich eine Ehe besteht. Freundin wäre ohne Zusatz oft zu ungenau.

„Sie wird im Streit als seine Mätresse bezeichnet“ lässt sich durch „Im Streit wird ihr eine Beziehung zu dem verheirateten Mann vorgeworfen“ erläutern, sofern seine Ehe im Zusammenhang tatsächlich feststeht. Die zweite Fassung ordnet den Vorwurf den Sprechenden zu; eine Ehe darf sie nicht erst hinzuerfinden.

Beispiele und Verwendung

„Der historische Roman zeigt die Mätresse bei einem Empfang am Hof.“

Die Szene verortet die Bezeichnung in einer höfischen Umgebung. Eine konkrete politische Funktion der Figur ist damit noch nicht erklärt.

„Die Erzählerin nennt die Frau eine Mätresse; in den Briefen spricht die Frau selbst von einer Liebesbeziehung.“

Die unterschiedliche Wortwahl zeigt unterschiedliche Perspektiven. Bei einer Interpretation ist zu prüfen, welche Wertungen mit den Bezeichnungen verbunden sind.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Mätresse, im Genitiv der Mätresse. Die Mehrzahl lautet die Mätressen. Alle Singularformen bleiben am Wort selbst unverändert; der Plural erhält n.

Eine gebräuchliche Worttrennung lautet Mä·tres·se; möglich ist auch Mät·res·se. Im Wort stehen ein ä und ein doppeltes s. Die deutsche Schreibung ist von der französischen Form maîtresse zu unterscheiden.

Mätresse: Beugung nach Fällen
FallSingularPlural
Nominativdie Mätressedie Mätressen
Genitivder Mätresseder Mätressen
Dativder Mätresseden Mätressen
Akkusativdie Mätressedie Mätressen

Die Perspektive im Text beachten

Für eine Figurenanalyse ist eine Formulierung wie „Der Erzähler bezeichnet sie abwertend als Mätresse“ genauer als die ungeprüfte Übernahme des Wortes. Bei einem historischen Sachtext kann hingegen die höfische Stellung im Vordergrund stehen. Entscheidend ist, ob das Wort eine zeitgebundene Rolle benennt oder ein persönliches Urteil transportiert.