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Mätzchen

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Mätzchen
Worttrennung
Mätz·chen
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Mätzchens
Plural
die Mätzchen

Umgangssprachlich und missbilligend.

Gebrauch: Albernheiten/Unfug nur Plural; als einzelner Trick auch Singular, meist jedoch Plural.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Mätzchen sind alberne oder unnötig komplizierte Handlungen, die jemand missbilligt. Das Wort kann außerdem einen auf Wirkung angelegten Trick bezeichnen. In der Verbindung Mätzchen machen geht es oft um Ausflüchte oder darum, sich gegen etwas zu sträuben.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Als unnötig bewertete Tricks oder Albernheiten

Mit Mätzchen bewertet eine sprechende Person ein Verhalten als unnötig, lästig oder nicht ernst zu nehmen. Das kann eine alberne Einlage ebenso betreffen wie einen kleinen Trick, mit dem sich jemand wichtigmachen möchte. Die Bezeichnung beschreibt also immer auch die Sicht der urteilenden Person.

Ein Mätzchen kann im Einzelfall eine bewusst eingesetzte Wirkungshandlung sein, etwa eine übertriebene Geste. Häufig steht jedoch die Mehrzahl: solche Mätzchen oder keine Mätzchen. Wenn allgemein Albernheiten oder Unfug gemeint sind, wird der Ausdruck nur im Plural gebraucht.

Der Vorwurf kann berechtigt oder vorschnell sein. Wer eine ernst gemeinte Rückfrage als Mätzchen abtut, weist sie ab, ohne ihren Inhalt zu prüfen. In einem Streit lohnt es sich deshalb, die beanstandete Handlung genau zu benennen.

„‚Jetzt keine Mätzchen‘, sagte sie, als die anderen während der Besprechung herumalberten.“

Die beobachtete Handlung erklärt den Vorwurf. Ohne diesen Kontext könnte die Äußerung auch eine ernst gemeinte Handlung vorschnell abwerten.

Mätzchen: Synonyme und andere Wörter

Bei albernem Verhalten

Albernheiten · Unsinn · Faxen

Albernheiten passt zu nicht ernst gemeinten Handlungen. Faxen wirkt ebenfalls umgangssprachlich. Unsinn kann auch eine sachlich falsche Aussage bezeichnen; in diesem Sinn ist es kein genauer Ersatz für Mätzchen.

„Lasst die Mätzchen und hört kurz zu.“ → „Lasst die Albernheiten und hört kurz zu.“ Beide Fassungen fordern die Gruppe zu ernsthafter Aufmerksamkeit auf.

Bei Ausweichen oder Effekthascherei

Ausflüchte · Tricks · unnötige Umstände

Ausflüchte passt, wenn sich jemand einer Aufgabe entziehen will. Tricks passt zu einem gezielten Vorgehen mit Wirkung. Unnötige Umstände betont die Erschwerung. Die Wörter erklären unterschiedliche Gründe für den Vorwurf.

„Vor jeder Probe macht er Mätzchen.“ → „Vor jeder Probe sucht er neue Ausflüchte.“ Die zweite Fassung legt fest, dass er sich drücken möchte; das war im ersten Satz noch offener.

Beispiele und Verwendung

„Die Trainerin bat um Ruhe, doch die Gruppe setzte ihre Mätzchen fort.“

Der Gegensatz zwischen Bitte und Verhalten erklärt die Missbilligung. Welche Albernheiten stattfinden, könnte eine genauere Erzählung ergänzen.

„Mit diesem kleinen Mätzchen wollte er vor allem die Aufmerksamkeit auf sich lenken.“

Der Singular bezeichnet einen einzelnen wirkungsbewussten Einfall. Er entspricht nicht dem nur im Plural verwendeten Sammelbegriff für Albernheiten.

„Sie nannte seine Sicherheitsfrage ein Mätzchen und ging nicht darauf ein.“

Der Satz zeigt eine abwertende Reaktion. Ob die Frage tatsächlich unnötig war, lässt sich daraus nicht entscheiden.

Grammatik und Beugung

Das Wort ist ein Neutrum: das Mätzchen, des Mätzchens. Singular und Plural haben sonst dieselbe Wortform. Im Dativ Plural heißt es den Mätzchen, ohne zusätzliches n. Die Worttrennung lautet Mätz·chen.

Der Gebrauch hängt von der Bedeutung ab: Für Albernheiten oder Unfug steht nur der Plural. Ein einzelner Trick oder wirkungsbewusster Einfall kann dagegen ein Mätzchen heißen; auch in diesem Sinn ist die Mehrzahl häufig.

Mätzchen: Fälle; Singular nur bei einem einzelnen Trick oder Einfall
FallSingularPlural
Nominativdas Mätzchendie Mätzchen
Genitivdes Mätzchensder Mätzchen
Dativdem Mätzchenden Mätzchen
Akkusativdas Mätzchendie Mätzchen

Was bedeutet „Mätzchen machen“?

Mätzchen machen kann heißen, Ausflüchte zu suchen oder sich mit unnötigen Einwänden zu sträuben. „Er sollte nur das Formular abgeben, machte aber erst einmal Mätzchen wegen jeder Kleinigkeit.“ Das eigene Beispiel gibt die ungeduldige Sicht der berichtenden Person wieder.

Als Aufforderung klingt Mach keine Mätzchen! schroff. In einem sachlichen Gespräch ist es klarer, die erwartete Handlung zu nennen: „Bitte gib mir bis morgen eine eindeutige Antwort.“ So wird aus dem pauschalen Vorwurf eine konkrete Bitte.