Magier
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Magier
- Worttrennung
- Ma·gi·er
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Magiers
- Plural
- die Magier
Gebrauch: Magische Figur oder Bühnenkünstler; feminine Personenbezeichnung Magierin.
Definition · kurz erklärt
Ein Magier ist in Erzählungen oder nach einer bestimmten Vorstellung jemand, der Magie beherrscht. Das Wort kann außerdem einen Zauberkünstler bezeichnen, der auf einer Bühne mit erlernten Kunststücken und Illusionen arbeitet. Die feminine Form lautet Magierin.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Person mit zugeschriebenen magischen Fähigkeiten
In einem Märchen oder einer Fantasygeschichte kann ein Magier Dinge bewirken, die außerhalb der erzählten Welt unmöglich wären. Welche Fähigkeiten er besitzt, legt die jeweilige Geschichte fest. Magier sind nicht in jeder Erzählung weise, freundlich oder besonders mächtig.
Auch in religiösen, historischen oder esoterischen Vorstellungen begegnet die Bezeichnung. Wer solche Vorstellungen beschreibt, sollte kenntlich machen, wem die magischen Fähigkeiten zugeschrieben werden. Die Worterklärung ist kein Nachweis, dass die beschriebenen Kräfte tatsächlich existieren.
„Im Märchen öffnete der Magier mit einem Spruch das verschlossene Tor.“
Die Geschichte zeigt die Fähigkeit innerhalb ihrer erzählten Welt. Eine Aussage über die Wirklichkeit außerhalb des Märchens ist das nicht.
Bedeutung 2: Eine Person, die Zauberkunst vorführt
Bei einer Bühnenshow kann Magier einen Zauberkünstler meinen. Hier geht es um eine gestaltete Vorführung, bei der das Publikum etwa einen scheinbar unmöglichen Vorgang sieht. Die Bezeichnung behauptet nicht, dass die auftretende Person über übernatürliche Fähigkeiten verfügt.
Beide Bedeutungen leben vom Eindruck des Außergewöhnlichen. Für einen sachlichen Bericht ist trotzdem wichtig, ob eine literarische Figur oder eine reale Bühnenperson gemeint ist.
„Der Magier verblüffte das Publikum mit seiner sorgfältig vorbereiteten Vorführung.“
Der Bühnenkontext bezeichnet eine künstlerische Darbietung. Übernatürliche Fähigkeiten werden damit nicht behauptet.
Magier: Synonyme und andere Wörter
In einer magischen Erzählwelt
Zauberer · Zauberin · magiekundige Figur
Zauberer ist ein naher Ersatz, sofern die Geschichte beide Wörter nicht für unterschiedliche Rollen verwendet. Magiekundige Figur beschreibt den gemeinsamen Kern, ohne eine bestimmte Kleidung, Ausbildung oder Gesinnung vorauszusetzen.
„Die Magierin öffnet das versiegelte Tor.“ → „Die Zauberin öffnet das versiegelte Tor.“ Ob die Wörter austauschbar sind, hängt auch von den Regeln der erzählten Welt ab.
Auf einer Bühne
Zauberkünstler · Zauberkünstlerin · Illusionist
Zauberkünstler macht die künstlerische Darbietung deutlich. Illusionist betont das Erzeugen eines täuschenden Eindrucks. Die Illusion ist dabei das Erlebnis oder der Eindruck, nicht die Bezeichnung für die auftretende Person.
„Der Magier tritt am Abend auf.“ → „Der Zauberkünstler tritt am Abend auf.“ Die zweite Fassung grenzt die Bühnentätigkeit deutlicher von einer Fantasyrolle ab.
Beispiele und Verwendung
„Die Magierin kann Türen öffnen, aber niemanden heilen.“
Der Satz zeigt eine konkrete Grenze ihrer Fähigkeiten. Für eine Figurenbeschreibung ist das aufschlussreicher als die pauschale Aussage, sie könne alles.
„Der Magier bat eine Zuschauerin, eine Karte auszuwählen.“
Publikum und Vorführung machen die Bühnenbedeutung erkennbar. Die erzählte Handlung lässt sich beschreiben, ohne eine Erklärung des Kunststücks zu erfinden.
„Für die Dorfbewohner war der Fremde ein Magier; der Erzähler lässt seine Kräfte offen.“
Die Zuschreibung stammt von den Dorfbewohnern. Eine Analyse sollte sie nicht ohne Weiteres als bestätigte Tatsache der Erzählung übernehmen.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Magier, des Magiers, die Magier. Der Dativ Plural lautet den Magiern. Die Worttrennung ist Ma·gi·er.
Die feminine Personenbezeichnung lautet Magierin, getrennt Ma·gi·e·rin, im Plural Magierinnen. Sie hat eine eigene Beugungstabelle. Magierin ist keine Fallform von Magier.
Das grammatische Genus und die Rolle in einer Geschichte sind getrennte Angaben: Maskulinum sagt beispielsweise nicht, ob eine Figur heldenhaft oder gefährlich ist. Solche Eigenschaften müssen am Text begründet werden.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Magier | die Magier |
| Genitiv | des Magiers | der Magier |
| Dativ | dem Magier | den Magiern |
| Akkusativ | den Magier | die Magier |
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Magierin | die Magierinnen |
| Genitiv | der Magierin | der Magierinnen |
| Dativ | der Magierin | den Magierinnen |
| Akkusativ | die Magierin | die Magierinnen |
Einen Magier beschreiben
Die seltene Bezeichnung Magiker entspricht Magier im Sinn einer Person, der magische Fähigkeiten zugeschrieben werden. Sie bezeichnet nicht allgemein einen höheren Rang.
Für eine Charakterisierung hilft die Folge Fähigkeit – Entscheidung – Wirkung: Was kann die Figur? Wie setzt sie es ein? Was verändert sich dadurch für andere? „Er könnte das Tor öffnen, verlangt aber zuerst eine Gegenleistung“ zeigt beispielsweise eine Entscheidung. Die bloße Berufs- oder Rollenbezeichnung Magier erklärt diese Haltung noch nicht.
