Magister
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Magister
- Worttrennung
- Ma·gis·ter
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Magisters
- Plural
- die Magister
Gebrauch: Akademischer Grad und Personenbezeichnung; regionale und historische Bedeutungen getrennt. Feminine Bezeichnung: Magistra.
Definition · kurz erklärt
Magister bezeichnet einen akademischen Grad oder eine Person, die diesen Grad erworben hat. Welche Bedeutung und Fachrichtung gemeint ist, hängt vom Land und vom Zusammenhang ab. Älter kann Magister auch Lehrer oder Schulmeister heißen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein akademischer Grad
Im deutschen Hochschulzusammenhang wird Magister häufig als Kurzform von Magister Artium gebraucht. In Österreich kommt Magister mit unterschiedlichen Fachzusätzen vor. Die bloße Kurzform erklärt daher nicht zuverlässig, welches Fach jemand studiert hat.
Historisch konnte der Magistergrad mit einer Lehrberechtigung an einer Universität verbunden sein. Eine heutige Berufsposition lässt sich aus dieser älteren Bedeutung nicht ableiten. Insbesondere bedeutet Magister nicht automatisch Professor.
„Nach Abschluss des Studiums machte sie ihren Magister.“
Das Wort steht für einen Studienabschluss. Welches Fach sie studiert hat, müsste zusätzlich genannt werden.
Bedeutung 2: Eine Person mit diesem Grad
Bei ein Magister hält den Vortrag bezeichnet das Wort eine Person, die den entsprechenden Grad besitzt. Diese Bedeutung ist von der Bezeichnung des Abschlusses selbst zu unterscheiden.
„Ein Magister der Geschichte hielt den Einführungsvortrag.“
Hier ist eine Person gemeint. Eine Professur oder andere bestimmte Berufsposition folgt aus dem Grad nicht.
Bedeutung 3: Österreichisch: ein Apotheker
In Österreich kann Magister einen Mann mit abgeschlossenem Pharmaziestudium beziehungsweise einen Apotheker bezeichnen. Dieser regionale Gebrauch darf nicht pauschal auf jede Person mit einem Magistergrad übertragen werden.
„Im österreichischen Zusammenhang bezeichnet die Anrede Magister den Apotheker.“
Der regionale und berufliche Kontext bestimmt diese Verwendung. Außerhalb davon ist eine andere Bedeutung möglich.
Bedeutung 4: Ein Lehrer oder Schulmeister
Die Bedeutung Lehrer oder Schulmeister ist veraltet. In neueren Texten kann sie scherzhaft oder abwertend auftreten. Ob eine Figur damit respektvoll angesprochen oder als belehrend dargestellt wird, entscheidet der Ton der Textstelle.
„Im älteren Text unterrichtet der Magister die Schüler in der Dorfschule.“
Die veraltete Lehrerbezeichnung wird durch den Schulkontext deutlich. Sie bezeichnet hier nicht bloß einen modernen Studienabschluss.
Magister: Synonyme und andere Wörter
Einen Abschluss benennen
akademischer Grad · Studienabschluss · Magister Artium
Akademischer Grad und Studienabschluss sind Oberbegriffe. Magister Artium bezeichnet eine bestimmte Form des Grades. Master und Diplom sind andere Abschlussbezeichnungen und sollten nicht ohne Prüfung einfach an seine Stelle gesetzt werden.
„Sie erwarb einen Magisterabschluss.“ → „Sie erwarb einen akademischen Grad.“ Die zweite Fassung ist allgemeiner und lässt die Art des Abschlusses offen.
Den Träger eines Grades bezeichnen
Inhaber eines Magistergrades · Hochschulabsolvent
Inhaber eines Magistergrades ist eine genaue Umschreibung. Hochschulabsolvent ist weiter: Auch Menschen mit anderen Abschlüssen gehören dazu. Die Tätigkeit als Lehrer oder Forscher ist damit noch nicht gesagt.
„Der Magister arbeitet heute im Verlag.“ → „Der Inhaber des Magistergrades arbeitet heute im Verlag.“ Hier wird eine Qualifikation genannt, kein bestimmter Verlagsberuf.
Ältere oder regionale Texte verstehen
Lehrer · Schulmeister · Apotheker
Lehrer und Schulmeister passen zur älteren Unterrichtsbedeutung. Apotheker gehört zum österreichischen Gebrauch im pharmazeutischen Umfeld. Die Wörter stehen für getrennte Bedeutungen und sind nicht allgemein austauschbar.
„Der Magister rügte die Schüler“ kann in einer älteren Erzählung „Der Lehrer rügte die Schüler“ heißen. Ohne zeitlichen und sachlichen Zusammenhang wäre diese Ersetzung unsicher.
Beispiele und Verwendung
„Im Lebenslauf nennt er seinen Magisterabschluss und anschließend seine Berufserfahrung.“
Qualifikation und spätere Tätigkeit werden getrennt. Der Grad erklärt noch nicht, welche Aufgaben er im Beruf übernommen hat.
„Der Magister erklärte den Zuhörern, wie er die Handschrift untersucht hatte.“
Hier bezeichnet das Wort eine Person. Der Satz nennt eine konkrete Arbeit, behauptet aber keine Professur.
„‚Nun spricht wieder unser Magister‘, murmelte die Figur nach der langen Belehrung.“
Im eigenen Beispielsatz wirkt die ältere Lehrerbezeichnung spöttisch. Für eine Analyse ist diese Haltung der sprechenden Figur wichtig.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Magister, im Genitiv des Magisters. Der Plural lautet die Magister; im Dativ Plural steht den Magistern. Die Worttrennung ist Ma·gis·ter.
Die feminine Bezeichnung Magistra ist eine eigene Personen- und Gradbezeichnung, keine Kasusform von Magister. Der Formkasten und die folgende Tabelle beziehen sich auf das Hauptlemma Magister.
Abkürzungen sollten zum tatsächlich verliehenen Grad passen. M. A. kann für Magister Artium stehen; in Österreich begegnet Mag., gegebenenfalls mit Fachzusatz. Eine Abkürzung allein sollte nicht zur Umdeutung eines Abschlusses führen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Magister | die Magister |
| Genitiv | des Magisters | der Magister |
| Dativ | dem Magister | den Magistern |
| Akkusativ | den Magister | die Magister |
Den Magister machen oder haben
„Sie macht ihren Magister“ bezieht sich auf das Studium beziehungsweise den angestrebten Abschluss. „Sie hat einen Magister“ nennt einen erworbenen Grad. Die Verbindung einen Magister haben bedeutet hier nicht, eine bestimmte Person bei sich zu haben.
Für einen Lebenslauf ist die genaue Abschlussbezeichnung hilfreicher als eine umgangssprachliche Umschreibung. Die Wörterbuchebene erklärt den Ausdruck; die konkrete Urkunde benennt den tatsächlich verliehenen Grad.
