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Malaise

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Malaise
Worttrennung
Ma·lai·se
Artikel
die; schweizerisch auch das
Geschlecht
Femininum; schweizerisch auch Neutrum
Genitiv
der Malaise; schweizerisch des Malaises
Plural
die Malaisen; schweizerisch die Malaises

Bildungssprachlich; Befinden oder unbefriedigende Lage.

Regionale Genus- und Pluralreihen nicht miteinander vermischen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Malaise ist ein unangenehmes Befinden, ein Unbehagen oder eine unbefriedigende Lage. Das bildungssprachliche Wort kann eine Stimmung ebenso wie größere Schwierigkeiten einer Gruppe oder Einrichtung beschreiben.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Ein unangenehmes, schwer greifbares Befinden

Malaise kann eine gedrückte Stimmung oder ein schwer greifbares Unbehagen bezeichnen. Das Wort benennt dann eher den Gesamteindruck, als einen einzelnen Grund genau zu erklären. In einer Erzählung können beobachtbare Reaktionen helfen, diese Stimmung verständlich zu machen.

„Nach dem Gespräch blieb eine schwer erklärbare Malaise zurück.“

Das Wort bündelt das Unbehagen. Eine einzelne Ursache oder eine medizinische Diagnose ist nicht genannt.

Bedeutung 2: Eine insgesamt unbefriedigende Lage

Von einer wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Malaise ist die Rede, wenn sich Schwierigkeiten zu einer unbefriedigenden Gesamtlage verbinden. Das kann beispielsweise einen Verein betreffen, der Mitglieder verliert, Entscheidungen vertagt und kaum neue Vorhaben beginnt.

Eine solche Zusammenfassung ist eine Bewertung. Für einen verständlichen Sachtext sollten die einzelnen Probleme benannt werden. Malaise ist nicht automatisch ein anderes Wort für eine genau bestimmte Krise und im hier erklärten Sprachgebrauch auch keine medizinische Diagnose.

„Der Bericht führte die Malaise des Vereins auf Mitgliederschwund und verschobene Entscheidungen zurück.“

Die zusammenfassende Bewertung erhält durch die benannten Probleme einen nachvollziehbaren Inhalt.

Malaise: Synonyme und andere Wörter

Eine Stimmung benennen

Unbehagen · Missbehagen · gedrückte Stimmung

Unbehagen macht das unangenehme Gefühl verständlicher. Gedrückte Stimmung hebt die emotionale Verfassung hervor. Keines dieser Wörter erklärt allein schon, wodurch die Empfindung ausgelöst wurde.

„Nach dem Gespräch blieb eine Malaise zurück.“ → „Nach dem Gespräch blieb ein schwer erklärbares Unbehagen zurück.“ Die zweite Fassung ist im Alltag leichter verständlich.

Eine schwierige Gesamtlage beschreiben

Misere · Schwierigkeiten · unbefriedigender Zustand

Misere wirkt ebenfalls deutlich negativ und kann eine besonders missliche Lage betonen. Schwierigkeiten ist sachlicher und lässt sich gut konkretisieren. Krise kann eine Zuspitzung oder einen entscheidenden Wendepunkt hervorheben; das ist nicht in jeder Malaise gemeint.

„Der Bericht untersucht die Malaise des Vereins“ kann als „Der Bericht untersucht die anhaltenden organisatorischen Schwierigkeiten des Vereins“ konkretisiert werden, wenn Art und Dauer der Schwierigkeiten im Bericht tatsächlich belegt sind. Malaise allein legt diese Einzelheiten nicht fest.

Beispiele und Verwendung

„Eine unbestimmte Malaise begleitete sie nach dem eigentlich freundlichen Gespräch.“

Der Gegensatz zwischen äußerlich freundlichem Ablauf und innerem Unbehagen wird sichtbar. Über den Grund sagt das Wort allein nichts Sicheres.

„Die Malaise der Einrichtung zeigte sich in verschobenen Entscheidungen und ständig wechselnden Zuständigkeiten.“

Die konkreten Beobachtungen begründen die allgemeine Bewertung. Dadurch bleibt Malaise keine bloße Etikettierung.

„Der Kommentar spricht von einer kulturellen Malaise, nennt aber nur ein einziges Beispiel.“

Hier lässt sich prüfen, ob die weitreichende Aussage ausreichend belegt wird. Das starke Wort ersetzt die Begründung nicht.

Grammatik und Beugung

Üblich ist das Femininum: die Malaise, der Malaise; die Mehrzahl lautet die Malaisen. In der Schweiz ist auch das Neutrum gebräuchlich: das Malaise, des Malaises, im Plural die Malaises. Die beiden Reihen stehen getrennt in den Tabellen.

Die Worttrennung lautet Ma·lai·se. Häufig wird eine bestimmte Stimmung oder Lage im Singular bezeichnet. Ein Plural kann mehrere entsprechende Zustände meinen; seine Form richtet sich nach dem verwendeten Genus.

Malaise: feminine Beugung
FallSingularPlural
Nominativdie Malaisedie Malaisen
Genitivder Malaiseder Malaisen
Dativder Malaiseden Malaisen
Akkusativdie Malaisedie Malaisen
Malaise: schweizerische Beugung als Neutrum
FallSingularPlural
Nominativdas Malaisedie Malaises
Genitivdes Malaisesder Malaises
Dativdem Malaiseden Malaises
Akkusativdas Malaisedie Malaises

Wann passt das Wort?

Malaise passt eher zu einem Kommentar oder einer anspruchsvolleren Beschreibung als zu einer kurzen Alltagsnachricht. Wer präziser schreiben möchte, kann nachfragen: Geht es um ein Gefühl, organisatorische Probleme oder eine wirtschaftliche Lage? Eine konkrete Ergänzung hilft oft mehr als ein weiteres abstraktes Wort.

Ein unzufriedener Mensch und eine unbefriedigende Lage sind dabei nicht dasselbe: Das eine beschreibt eine persönliche Haltung, das andere den bewerteten Zustand.