Manifest
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Manifest
- Worttrennung
- Ma·ni·fest
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Manifests / des Manifestes
- Plural
- die Manifeste
Gebrauch: Öffentliche Grundsatz-/Programmerklärung; in der Schifffahrt auch Ladeliste. Großgeschriebenes Nomen vom Adjektiv manifest unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Ein Manifest ist eine öffentliche Erklärung von Grundsätzen, Zielen oder einem Programm. Es kann etwa zu einer politischen Bewegung oder einer künstlerischen Richtung gehören. In der Schifffahrt bezeichnet das Wort außerdem eine Ladeliste.
Bedeutungen
Grundsätze öffentlich erklären
In einem Manifest legt eine Person oder Gruppe dar, wofür sie eintritt und was sie erreichen will. Häufig soll die Erklärung andere überzeugen oder zum Mitmachen bewegen. Ein Manifest ist deshalb keine neutrale Beschreibung aller Standpunkte. Es zeigt die Position seiner Verfasser.
Bei einem künstlerischen Manifest können Gestaltungsziele und die Abgrenzung von älteren Auffassungen im Mittelpunkt stehen. Für die Analyse hilft es, Forderungen, Begründungen und sprachliche Mittel getrennt zu betrachten. Eine entschiedene Forderung ist noch kein Beleg dafür, dass sie später tatsächlich umgesetzt wurde.
Eine Ladung verzeichnen
In der Schifffahrt kann Manifest eine Liste zur Ladung meinen. Diese Fachbedeutung hat einen anderen Zweck als eine öffentliche Grundsatzerklärung. Erst der Zusammenhang macht klar, ob ein programmatischer Text oder ein Verzeichnis gemeint ist.
Manifest: Synonyme und andere Wörter
Ein Programm darlegen
Grundsatzerklärung · programmatische Erklärung
Diese Umschreibungen erklären den Inhalt eines Manifests. Programm kann auch einen Ablaufplan meinen und ist deshalb ohne Kontext weiter gefasst. Nicht jeder kurze Aufruf legt bereits ausführliche Grundsätze dar.
„Die Gruppe veröffentlichte ein Manifest zu ihren Gestaltungszielen.“ → „Die Gruppe veröffentlichte eine programmatische Erklärung.“
Der Ersatz hebt den Zweck hervor, ohne einen bestimmten politischen Standpunkt zu unterstellen.
In einem Fachzusammenhang
Ladeliste · Ladungsverzeichnis
Diese Wörter passen zur Schifffahrtsbedeutung. Sie sind kein Ersatz für ein Kunstmanifest. Umgekehrt würde Grundsatzerklärung eine Liste geladener Güter falsch beschreiben.
„Die Ladung wurde mit dem Manifest abgeglichen.“ → „Die Ladung wurde mit der Ladeliste abgeglichen.“
Das Beispiel betrifft die verzeichneten Güter, nicht die Haltung einer Gruppe.
Verwendung und Beispiele
„In ihrem Manifest forderten die jungen Künstler einfachere Formen und erklärten, warum sie auf Schmuck verzichten wollten.“
Die Forderung und ihre Begründung machen den programmatischen Charakter erkennbar. Der Satz bewertet die vorgeschlagene Kunst noch nicht als gelungen.
„Für die Textanalyse markierte Aylin zuerst die Forderungen im Manifest und danach die Gründe dafür.“
So werden Aussage und Begründung getrennt. Eine bloße Liste starker Wörter würde den gedanklichen Aufbau noch nicht erklären.
Grammatik
Es heißt das Manifest, im Genitiv des Manifests oder des Manifestes. Der Plural lautet die Manifeste, der Dativ Plural den Manifesten. Das Nomen wird großgeschrieben. Das kleingeschriebene Adjektiv manifest bedeutet dagegen etwa deutlich erkennbar oder offenkundig und wird nicht mit dieser Nomendeklination gebeugt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Manifest | die Manifeste |
| Genitiv | des Manifests / des Manifestes | der Manifeste |
| Dativ | dem Manifest | den Manifesten |
| Akkusativ | das Manifest | die Manifeste |
