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Material

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Material
Worttrennung
Ma·te·ri·al
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Materials
Plural
die Materialien

Gebrauch: Stoff, Ausrüstung oder Arbeits-/Rechercheunterlagen. Häufig als Sammelbezeichnung im Singular; der Plural unterscheidet etwa Stoffarten oder einzelne Unterlagen.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Material ist ein Stoff, aus dem etwas besteht oder hergestellt wird. Das Wort kann außerdem die für eine Aufgabe benötigten Hilfsmittel oder die Unterlagen und Belege einer Untersuchung bezeichnen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Ein Stoff zur Herstellung

Holz, Metall und Kunststoff können Materialien eines Gegenstands sein. Die Materialangabe beantwortet, woraus er besteht; sie sagt noch nicht, wie gut er verarbeitet ist oder wie lange er hält.

Bei einem einzigen Gegenstand können mehrere Materialien zusammenkommen. Wer einen Rucksack beschreibt, sollte deshalb gegebenenfalls Stoff, Schnallen und Verschlüsse unterscheiden, statt aus einem einzelnen Bestandteil auf das Ganze zu schließen.

„Für die Griffe wählte die Werkstatt ein anderes Material als für die Schale.“

Es geht um die Stoffe, aus denen die Teile bestehen. Die Qualität ihrer Verarbeitung wird noch nicht bewertet.

Bedeutung 2: Hilfsmittel und Ausrüstung

Material für eine Arbeit kann verschiedene benötigte Dinge umfassen. Für ein Plakat gehören beispielsweise Papier, Klebstoff und Stifte dazu. Nicht jeder dieser Gegenstände wird selbst Bestandteil des fertigen Ergebnisses.

Eine Materialliste sollte die tatsächlich benötigten Dinge benennen. Die allgemeine Aufforderung „Bringt Material mit“ ist ohne Aufgabe oder Beispiele wenig eindeutig.

„Auf der Materialliste für das Plakat standen Papier, Stifte und Klebstoff.“

Gemeint sind benötigte Dinge für eine Arbeit. Nicht alles davon muss vollständig im fertigen Plakat aufgehen.

Bedeutung 3: Unterlagen für eine Untersuchung

Für einen Vortrag, eine Recherche oder einen Aufsatz sind Texte, Bilder, Daten und andere Belege das Material. Gemeint ist dann die Grundlage der inhaltlichen Arbeit.

Viele gesammelte Unterlagen ergeben noch keine überzeugende Argumentation. Entscheidend ist, welche Frage beantwortet wird, wie zuverlässig die Belege sind und ob die Schlussfolgerungen daraus folgen.

„Das Material für den Vortrag bestand aus Briefen, Fotos und zwei Interviews.“

Die Unterlagen dienen als Grundlage der inhaltlichen Arbeit. Ihre bloße Sammlung ist noch keine überzeugende Argumentation.

Bedeutung 4: Menschen auf ihren Nutzen reduzieren

Menschen als Material zu bezeichnen, kann sie auf ihren Nutzen für ein Vorhaben reduzieren und entmenschlichend wirken. In einer Analyse sollte diese Wortwahl kenntlich gemacht werden, statt sie unbemerkt zu übernehmen.

„Der Trainer bezeichnete die Jugendlichen als sein Material für den nächsten Erfolg.“

Die Wortwahl betrachtet Menschen als Mittel für ein Ziel und kann entmenschlichend wirken. Eine Analyse sollte diesen Blick als Perspektive kenntlich machen.

Bedeutung 5: Ein verhüllender Ausdruck

In manchen umgangssprachlichen Zusammenhängen kann Material auch eine verhüllende Bezeichnung für Drogen sein. Diese Lesart ergibt sich aus der Situation; sie ist nicht die normale Bedeutung jeder Materialangabe.

„Der Ermittler deutet im Krimi auf die sichergestellten Drogen: ‚Woher stammt das Material?‘“

Die zuvor genannten Drogen machen die verhüllende Bezeichnung in der erfundenen Krimiszene eindeutig. Auf gewöhnliche Angaben zu Arbeitsmaterial lässt sich diese Lesart nicht übertragen.

Material: Synonyme und andere Wörter

Beim Aufbau eines Gegenstands

Werkstoff · Rohstoff · Stoff

Werkstoff hebt die technische Verarbeitung hervor. Rohstoff bezeichnet eher den Ausgangsstoff. Stoff ist allgemein und kann in anderen Zusammenhängen auch Textilien oder einen Gesprächsinhalt meinen.

„Die Gruppe prüft, welches Material für die Halterung geeignet ist.“ → „Die Gruppe prüft, welcher Werkstoff für die Halterung geeignet ist.“ Die zweite Fassung passt zum technischen Zweck.

Bei einer Recherche

Unterlagen · Belege · Daten · Quellen

Unterlagen bezeichnet die verfügbaren Dokumente. Belege stützen eine Aussage; nicht jede gesammelte Notiz ist bereits ein Beleg. Daten passt zu systematisch erfassten Angaben.

„Mira sammelt Material über die Geschichte des Hauses.“ → „Mira sammelt Unterlagen über die Geschichte des Hauses.“ „Mira beweist die Geschichte des Hauses“ wäre weder sprachlich noch inhaltlich gleichwertig.

Beispiele und Verwendung

„Das Gehäuse besteht aus einem leichten Material; die Scharniere sind aus Metall.“

Die Beschreibung trennt die Bestandteile. Aus der ersten Materialangabe wird nicht ungeprüft auf das gesamte Gerät geschlossen.

„Für ihren Vortrag sortiert Mira das Material nach Briefen, Zeitungsberichten und eigenen Notizen.“

Hier sind Arbeitsunterlagen gemeint. Die Sortierung hilft, verschiedene Arten von Informationen und ihre Herkunft auseinanderzuhalten.

„Der Trainer spricht von den Jugendlichen als seinem besten Material.“

Die Wortwahl kann einen Blick zeigen, der Menschen vor allem als Mittel zum Erfolg betrachtet. Eine Textanalyse kann diese Wirkung erklären, ohne die Bezeichnung selbst zu übernehmen.

Materiell ist ein verwandtes Adjektiv, bedeutet aber nicht in jedem Satz „aus einem bestimmten Material“. Bei materieller Unterstützung können beispielsweise Geld und Sachmittel gemeint sein.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist sächlich: das Material, Genitiv des Materials. Die Mehrzahl lautet die Materialien; im Dativ heißt es den Materialien.

Material wird oft als Sammelbezeichnung ohne Mengenwort gebraucht: Wir benötigen Material. Der Plural unterscheidet etwa mehrere Stoffarten oder verschiedene Arbeitsunterlagen: Materialien für den Unterricht.

Die Worttrennung lautet Ma·te·ri·al. Der Plural endet auf -ien: Materialien, nicht Materiale. Das Genitiv-s in des Materials ist keine deutsche Pluralendung.

Material: alle Fälle
FallSingularPlural
Nominativdas Materialdie Materialien
Genitivdes Materialsder Materialien
Dativdem Materialden Materialien
Akkusativdas Materialdie Materialien