Mensch
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Mensch
- Worttrennung
- Mensch
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Menschen
- Plural
- die Menschen
Gebrauch: Schwaches Substantiv: außer im Nominativ Singular immer Menschen. Das grammatische Maskulinum legt kein Geschlecht der bezeichneten Person fest. Das veraltete Neutrum das Mensch wird getrennt erklärt.
Definition · kurz erklärt
Ein Mensch ist ein menschliches Lebewesen beziehungsweise eine einzelne Person. Das Wort kann Menschen allgemein oder jemanden mit bestimmten Eigenschaften bezeichnen: ein junger Mensch, ein geduldiger Mensch.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine Person benennen
Mit Mensch lässt sich von einer Person sprechen, ohne ihren Namen, Beruf oder ihr Geschlecht zu nennen. „Vor der Tür wartet ein Mensch“ bleibt sehr allgemein; „eine Besucherin“ würde bereits einen bestimmten Zusammenhang festlegen.
Der Mensch kann auch allgemein für Menschen stehen, etwa in einer Betrachtung darüber, wie Menschen Sprache verwenden. Ob eine bestimmte Person oder ein allgemeiner Bezug gemeint ist, ergibt sich aus dem Satz.
Eine Person charakterisieren
Eine Beschreibung wie ein hilfsbereiter Mensch verbindet die Person mit einer Eigenschaft. Für eine Figurenanalyse sollte gezeigt werden, welche Handlungen diese Beschreibung stützen. Eine einzelne Hilfeleistung muss nicht das gesamte Verhalten erklären.
Menschlich kann sowohl den Bezug zum Menschen als auch einen verständnisvollen Umgang bezeichnen. Daraus folgt nicht, dass das Nomen Mensch selbst immer ein Lob ausdrückt.
„Vor dem Saal warteten drei Menschen auf den Beginn der Lesung.“
Die Aussage zählt Personen. Sie legt weder deren Geschlecht noch ihren Beruf fest.
Bedeutung 2: Als Ausruf (Interjektion)
„Mensch, damit habe ich nicht gerechnet!“ ist ein salopper Ausruf. Er kann Überraschung, Ärger oder Bewunderung begleiten. Die Stimme und der Zusammenhang entscheiden; eine bestimmte Person muss damit nicht angesprochen sein.
„Mensch, das war aber knapp!“
Der saloppe Ausruf drückt eine Reaktion auf das Geschehen aus. Er muss keine bestimmte Person anreden.
Bedeutung 3: Regional und veraltet: das Mensch
Davon zu unterscheiden ist das Mensch für eine weibliche Person. Dieses Neutrum ist regional und veraltet, meist abwertend. Es gehört nicht zur gewöhnlichen heutigen Bezeichnung der Mensch; seine Formen stehen unten gesondert, damit ältere Textstellen richtig verstanden werden können.
„In der alten Erzählung beschimpft eine Figur ihre Nachbarin als ‚das Mensch‘.“
Das abweichende Neutrum gehört hier zur regional-veralteten, meist abwertenden Personenbezeichnung. Es ist von der gewöhnlichen heutigen Form der Mensch zu unterscheiden.
Mensch: Synonyme und andere Wörter
Eine einzelne Person
Person · jemand · Individuum
Person ist meist eine sachliche Alternative. Jemand ersetzt eine unbestimmt genannte Person, verlangt aber einen anderen Satzbau. Individuum betont das einzelne Wesen und wirkt häufig fachlicher oder distanzierter.
„Ein Mensch hat die Tasche am Schalter abgegeben.“ → „Jemand hat die Tasche am Schalter abgegeben.“ Die zweite Fassung ist besonders knapp; beide lassen die Identität offen.
Mehrere Personen
Leute · Personen
Leute ist eine alltägliche Pluralbezeichnung. Personen passt häufig zum Zählen oder zu organisatorischen Angaben. Keines der Wörter ersetzt jedoch automatisch den allgemeinen Bezug in einer Aussage über den Menschen.
„Zwölf Menschen warten vor dem Saal.“ → „Zwölf Personen warten vor dem Saal.“ Die zweite Fassung klingt sachlicher und stärker auf die Anzahl bezogen.
Beispiele und Verwendung
„Im Wartezimmer saßen Menschen unterschiedlichen Alters und lasen still.“
Die Pluralbezeichnung umfasst die anwesenden Personen. Ein gemeinsamer Beruf oder ein bestimmtes Geschlecht wird nicht vorausgesetzt.
„Mira nennt ihren Nachbarn einen verlässlichen Menschen, weil er seine Zusagen auch bei Schwierigkeiten einhält.“
Die Einschätzung bekommt eine konkrete Begründung. In einer Analyse wären die entsprechenden Handlungen zusätzlich zu belegen.
„Mensch, der letzte Bus fährt ja schon in fünf Minuten!“
Hier dient das Wort als Ausruf. Es ist weder eine Anrede an einen Bus noch die Bezeichnung einer Gruppe von Menschen.
Grammatik und Beugung
Der gewöhnliche Eintrag ist maskulin: der Mensch. Er wird schwach gebeugt: des Menschen, dem Menschen, den Menschen. Im Plural heißt es ebenfalls Menschen.
Nur der Nominativ Singular steht ohne -en. Deshalb heißt es Ich begegne einem Menschen und nicht einem Mensch. Ob Singular oder Plural gemeint ist, zeigen Artikel und Zusammenhang: dem Menschen, den Menschen.
Das einsilbige Wort Mensch hat keine Trennstelle. Die Form Menschen ist nicht der Genitiv mit s; des Menschs gehört nicht zum gewöhnlichen maskulinen Eintrag.
Das seltene historische das Mensch ist ein anderes Genuslexem. Seine Genitive lauten des Menschs oder des Mensches, sein Plural die Menscher. Die ältere Dativform dem Mensche kann ebenfalls begegnen. Die zweite Tabelle bleibt ausdrücklich auf diesen regional-veralteten, meist abwertenden Gebrauch beschränkt.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Mensch | die Menschen |
| Genitiv | des Menschen | der Menschen |
| Dativ | dem Menschen | den Menschen |
| Akkusativ | den Menschen | die Menschen |
| Fall | Singular (Neutrum) | Plural (Neutrum) |
|---|---|---|
| Nominativ | das Mensch | die Menscher |
| Genitiv | des Menschs / des Mensches | der Menscher |
| Dativ | dem Mensch | den Menschern |
| Akkusativ | das Mensch | die Menscher |
Redewendungen und feste Verbindungen
Kein Mensch
Die Verbindung kann niemand bedeuten. „Kein Mensch wusste, wo der Ersatzschlüssel lag.“ In einer Erzählung kann dies auf die gerade betrachtete Gruppe beschränkt sein; als Aussage über wirklich jeden Menschen wäre es zu weit.
Wieder Mensch sein
Umgangssprachlich kann die Wendung ausdrücken, dass man sich nach Erschöpfung oder unangenehmen Umständen wieder erholt und wohlfühlt. „Nach Schlaf und einer warmen Mahlzeit fühlte sich Noor wieder als Mensch.“ Die Wendung beschreibt ein Empfinden, keinen Wechsel der menschlichen Zugehörigkeit.
Von Mensch zu Mensch
Gemeint ist ein persönliches, vertrauliches Gespräch. „Wir sollten das von Mensch zu Mensch besprechen, ohne Rollen und Titel vorzuschieben.“ Das Beispiel betont die Begegnung, garantiert aber noch keine Einigung.
