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Odem

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Odem
Worttrennung
Odem
Artikel
der
Geschlecht
Maskulinum
Genitiv
des Odems
Plural
kein Plural

Gebrauch: Poetische Nebenform von Atem. Am Zeilenende wird das Wort nicht getrennt; die Schreibung enthält keinen Umlaut.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Odem ist ein poetisches Wort für Atem. Es begegnet besonders in literarischer oder feierlicher Sprache. In einem heutigen Alltagssatz ist Atem meistens die unauffälligere Bezeichnung.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Atem in poetischer Sprache

Odem bezeichnet das Atmen beziehungsweise den ausgeatmeten Hauch in einer sprachlich hervorgehobenen Darstellung. Mit dem Wort kann eine Szene altertümlich, feierlich oder bildhaft wirken. Es bezeichnet nicht von sich aus eine Krankheit oder einen bestimmten Atemrhythmus.

„Im kalten Morgenlicht sah sie den Odem des Pferdes aufsteigen.“

Der Satz beschreibt sichtbaren Atem in einer poetisch gefärbten Szene. Odem bedeutet hier nicht Rauch, auch wenn sich die Erscheinungen optisch ähneln können.

Odem: Synonyme und andere Wörter

Den Atem benennen

Atem · Atemhauch · Hauch

Atem ist die neutrale Alternative. Atemhauch hebt das ausgeatmete, eventuell wahrnehmbare Ausströmen hervor. Hauch kann darüber hinaus andere sehr schwache Luftbewegungen meinen und ist daher weiter.

„Sein Odem ging ruhig.“ → „Sein Atem ging ruhig.“ Die Sachinformation bleibt vergleichbar, die poetische Färbung nimmt ab.

Bildhafte Sprache erkennen

Lebenshauch · belebender Hauch

Diese Ausdrücke passen nur zu einer entsprechend bildhaften Verwendung. Sie ergänzen eine Vorstellung von Lebendigkeit oder Belebung, die nicht in jedem gewöhnlichen Atemsatz enthalten ist.

„Ein neuer Odem schien das verlassene Haus zu erfüllen.“ → „Ein neuer Lebenshauch schien das verlassene Haus zu erfüllen.“ Beide Sätze personifizieren den Ort; sie berichten keinen messbaren Luftzustand.

Beispiele und Verwendung

Die Wortwahl untersuchen

„Der Erzähler nennt den Atem des schlafenden Kindes Odem und beschreibt das Zimmer als still.“

Die ungewöhnliche Bezeichnung kann zum feierlichen Ton beitragen. Für eine Interpretation sollte sie zusammen mit weiteren sprachlichen Merkmalen betrachtet werden.

Einen sachlichen Text formulieren

„Im Protokoll steht: Der Atem war im kalten Raum sichtbar.“

Für einen nüchternen Beobachtungsbericht ist Atem meist passender als Odem. Die poetische Alternative wäre keine sachliche Präzisierung.

Grammatik und Beugung

Es heißt der Odem, im Genitiv des Odems. Das Wort besitzt keinen Plural. Die anderen Singularformen lauten dem Odem und den Odem.

Die Worttrennung lautet Odem: Das Wort bleibt bei der Zeilentrennung zusammen. Daraus folgt nicht, dass es nur eine gesprochene Silbe hätte.

Odem und Ödem sind unterschiedliche Wörter. Ein Ödem bezeichnet eine Flüssigkeitsansammlung im Gewebe; die Schreibungen dürfen in einem Text nicht als Varianten ausgetauscht werden.

Deklination von Odem
FallSingular
Nominativder Odem
Genitivdes Odems
Dativdem Odem
Akkusativden Odem