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Ödnis

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Ödnis
Worttrennung
Öd·nis
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Ödnis
Plural
die Ödnisse (bei einzelnen Gegenden)

Gebrauch: Gehobene Bezeichnung für eine wenig belebte, unkultivierte Gegend; übertragen auch empfundene Leere oder Langeweile.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ödnis bezeichnet eine wenig belebte, unkultivierte oder trostlos wirkende Gegend. Übertragen kann das gehobene Wort auch empfundene Leere und Langeweile ausdrücken. Eine solche Bezeichnung enthält häufig eine bestimmte Wahrnehmung der Umgebung.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine wenig belebte Gegend

Ödnis kann einen Raum beschreiben, in dem sich wenig menschliches Leben oder Bebauung zeigt. Die Wortwahl kann die Umgebung als verlassen und wenig einladend erscheinen lassen. Sie besagt nicht, dass dort überhaupt keine Pflanzen oder Tiere leben.

„Hinter den letzten Häusern begann in der Erzählung eine weite Ödnis.“

Der Erzähler vermittelt einen Eindruck der Gegend. Ob das Gebiet ökologisch wertvoll ist, lässt sich daraus nicht ableiten.

Bedeutung 2: Leere oder Langeweile empfinden

Als Bild kann Ödnis auch einen als anregungsarm empfundenen Bereich bezeichnen. Die Umgebung muss dabei nicht tatsächlich menschenleer sein. Entscheidend ist die erlebte Leere.

„Die Figur klagt über die geistige Ödnis der endlosen Pflichtgespräche.“

Gemeint ist der fehlende geistige Anreiz, nicht eine unbebaute Landschaft.

Ödnis: Synonyme und andere Wörter

Bei einer Gegend

Einöde · verlassene Gegend · unwirtliche Gegend

Einöde ist eine nahe Alternative. Unwirtlich betont fehlende angenehme Aufenthaltsbedingungen. Einsamkeit kann dagegen ein Gefühl meinen und nicht nur eine Landschaft.

„Sie blickt in die Ödnis.“ → „Sie blickt in die verlassene Gegend.“ Die zweite Fassung ist beschreibender und weniger gehoben.

Bei einem Eindruck

Leere · Langeweile · Einerlei

Langeweile betont das fehlende Interesse. Einerlei hebt die als eintönig empfundene Wiederholung hervor. Beide Ausdrücke passen nur zum übertragenen Zusammenhang.

„Der Text schildert geistige Ödnis.“ → „Der Text schildert einen Mangel an geistiger Anregung.“ Die Umschreibung erklärt das Bild.

Beispiele und Verwendung

Wahrnehmung und Umgebung trennen

„Die Figur nennt den Ort Ödnis; die folgende Beschreibung zeigt dort dennoch viele Tiere.“

Die Wertung und die tatsächlichen Einzelheiten müssen sich nicht decken. Gerade diese Spannung kann für eine Interpretation wichtig sein.

Ein Sprachbild erläutern

„Das Gespräch sei eine Ödnis, meint die Erzählerin.“

Die Metapher überträgt eine Landschaftsvorstellung auf das Erleben des Gesprächs. Sie ist keine wörtliche Ortsangabe.

Grammatik und Beugung

Es heißt die Ödnis, Genitiv der Ödnis. Für einzelne Gegenden sind die Ödnisse und im Dativ den Ödnissen belegt.

Die Worttrennung lautet Öd·nis. Im Plural stehen zwei s: Ödnisse. Die Formen sind nicht mit dem ähnlich bedeutenden Nomen Öde zu vermischen.

Beim abstrakten Eindruck von Leere oder Langeweile ist der Singular die passende Grundverwendung. Die Tabelle stellt den zählbaren Landschaftsgebrauch samt Plural dar.

Deklination von Ödnis
FallSingularPlural
Nominativdie Ödnisdie Ödnisse
Genitivder Ödnisder Ödnisse
Dativder Ödnisden Ödnissen
Akkusativdie Ödnisdie Ödnisse