Öl
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Öl
- Worttrennung
- Öl
- Artikel
- das
- Geschlecht
- Neutrum
- Genitiv
- des Öls / des Öles
- Plural
- die Öle (verschiedene Sorten)
Gebrauch: Stoffbezeichnung meist im Singular; der Plural unterscheidet Sorten. In Öl als Maltechnik ohne Plural.
Definition · kurz erklärt
Öl bezeichnet verschiedene ölige Flüssigkeiten, etwa zum Kochen, Schmieren oder Heizen. Der genaue Stoff ergibt sich aus dem Zusammenhang oder einer Zusammensetzung wie Speiseöl. In Öl kann außerdem eine Maltechnik bezeichnen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Eine ölige Flüssigkeit
Öl ist eine Stoffbezeichnung. Speiseöl, Schmieröl und Heizöl haben unterschiedliche Zwecke; aus dem Grundwort allein darf man nicht auf ihre Austauschbarkeit schließen. Der Plural Öle kann verschiedene Sorten unterscheiden.
„Für den Salat stehen zwei verschiedene Öle bereit.“
Gemeint sind geeignete Speiseölsorten. Nicht jede Flüssigkeit, die Öl heißt, gehört in Lebensmittel.
Bedeutung 2: Mit Ölfarbe malen
In Verbindungen wie ein Bild in Öl bezeichnet Öl die Maltechnik mit Ölfarben. Ein Ölgemälde ist deshalb nicht mit einem beliebigen ölhaltigen Gegenstand gleichzusetzen.
„Im Katalog ist die Landschaft als Gemälde in Öl beschrieben.“
Die Angabe betrifft das verwendete Malmaterial beziehungsweise die Technik. In dieser Bedeutung wird kein Plural gebildet.
Öl: Synonyme und andere Wörter
Den Stoff genauer benennen
Speiseöl · Pflanzenöl · Schmieröl · Heizöl
Diese Bezeichnungen sind genauer als Öl, aber untereinander keine allgemeinen Synonyme. Pflanzenöl benennt eine Herkunft, Speiseöl den Verwendungsbereich. Schmieröl und Heizöl bezeichnen andere Zwecke.
„Bitte gib Öl hinzu.“ → „Bitte gib etwas Olivenöl zum Salat.“ Die zweite Fassung ist im Küchenzusammenhang eindeutiger.
Bei einem Bild
Ölfarbe · Ölmalerei
Ölfarbe benennt das Material, Ölmalerei die Technik oder den entsprechenden Kunstbereich. Ein Gemälde in Öl kann als Ölgemälde bezeichnet werden.
„Sie malt in Öl.“ → „Sie malt mit Ölfarben.“ Die Umschreibung erklärt die Materialangabe.
Beispiele und Verwendung
Stoff und Sorte unterscheiden
„Im Lager wird Öl abgefüllt; im Katalog werden die angebotenen Öle einzeln beschrieben.“
Der Singular bezeichnet den Stoff allgemein, der Plural verschiedene Sorten.
Wörtlich oder bildlich lesen
„Seine versöhnliche Antwort war Öl auf die Wogen.“
Hier wird kein Stoff ausgeschüttet. Die Formulierung beschreibt eine beruhigende Wirkung in einem Streit.
Grammatik und Beugung
Es heißt das Öl, Genitiv des Öls oder des Öles. Das Wort wird nicht getrennt.
Der Plural die Öle ist ein Sortenplural. Im Dativ lautet er den Ölen. Eine einzelne Portion wird im Alltag häufig durch eine Mengenangabe bezeichnet, etwa ein Löffel Öl.
Die Maltechnik in Öl wird ohne Plural verwendet. Die Tabelle zeigt den Stoffgebrauch mit dem möglichen Sortenplural. Zusammensetzungen wie Olivenöl sind keine Beugungsformen von Öl.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | das Öl | die Öle |
| Genitiv | des Öls / des Öles | der Öle |
| Dativ | dem Öl | den Ölen |
| Akkusativ | das Öl | die Öle |
Redewendungen und feste Verbindungen
Öl auf die Wogen gießen
Einen Streit beruhigen oder zwischen den Beteiligten vermitteln.
„Die Sprecherin gießt Öl auf die Wogen, indem sie die Vorwürfe zusammenfasst und einen gemeinsamen nächsten Schritt vorschlägt.“
Die Verbindung beschreibt eine beschwichtigende Wirkung.
Öl ins Feuer gießen
Eine Auseinandersetzung oder angespannte Lage weiter verschärfen.
„Mit seiner spöttischen Antwort gießt er Öl ins Feuer.“
Diese Verbindung meint das Gegenteil einer Beruhigung. Wogen und Feuer sind im Sprachbild daher nicht beliebig austauschbar.
Das geht mir runter wie Öl
Etwas ist besonders angenehm zu hören oder aufzunehmen.
„Das unerwartete Lob geht ihr runter wie Öl.“
Die umgangssprachliche Wendung beschreibt das angenehme Erleben einer Äußerung, keine wörtliche Einnahme.
