Prass
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Prass
- Worttrennung
- Prass
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Prasses
- Plural
- Singulargebrauch; hier keine Pluralreihe
Gebrauch: Veraltet: Plunder, als unnütz oder wertlos betrachtete Sachen. Die vier Singularfälle beziehen sich auf diese zusammenfassende Bedeutung.
Definition · kurz erklärt
Prass ist ein veraltetes Wort für Plunder. Es bezeichnet in diesem Gebrauch Sachen, die als wertlos oder unnütz angesehen werden. Die Bezeichnung enthält damit eine Bewertung; sie ist keine genaue Aufzählung der Gegenstände.
Bedeutungen
1 Sachen als Plunder bezeichnen
Mit Prass können Sachen zusammenfassend als unnütz oder von geringem Wert abgetan werden. Das veraltete Wort passt etwa zur Sprache eines älteren Textes oder zu einem bewusst altertümlichen Dialog. Welche Dinge gemeint sind und ob sie tatsächlich unbrauchbar sind, muss der Zusammenhang zeigen.
„Im erfundenen alten Werkstattdialog nennt der Buchbinder die verknoteten Lederstreifen und verbogenen Buchschließen unter seiner Werkbank Prass; seine Tochter sucht daraus noch eine passende Schließe für ihr Album.“
Der Buchbinder wertet das Material insgesamt ab. Die anschließende Suche zeigt, dass seine Tochter einzelne Teile anders beurteilt. Das Wort beweist deshalb weder die Unbrauchbarkeit jedes Stücks noch einen bestimmten Geldwert.
Synonyme: andere Wörter für Prass
Prass oder Plunder?
Plunder · unnützes Zeug
Plunder erläutert den hier gemeinten Sinn, ohne selbst die veraltete Wortwahl zu übernehmen. Es kann jedoch auch Gebäck bezeichnen. Diese andere Bedeutung passt nicht zu den Lederresten und Metallschließen.
„Der Buchbinder will den Prass fortschaffen“ lässt sich in der Szene mit „den Plunder fortschaffen“ wiedergeben. „Er bringt Plunder zum Frühstück mit“ könnte dagegen Gebäck meinen.
Die Alternative ist nur im passenden Sachzusammenhang ein Ersatz.
Prass oder Gerümpel?
Gerümpel · wertloses Zeug
Gerümpel kann alte oder unbrauchbare herumliegende Sachen abwertend zusammenfassen. Es passt, wenn der Zustand und die störende Ansammlung im Vordergrund stehen. Die altertümliche Färbung von Prass wird damit nicht beibehalten.
„Unter der Werkbank liegt Gerümpel“ hebt die störende Ansammlung hervor. „Unter der Werkbank liegen Lederstreifen und Buchschließen“ benennt die Gegenstände genauer.
Eine neutrale Beschreibung lässt die abwertende Einordnung zunächst offen.
Beispiele und Verwendung
Eine Figurenrede erläutern
„Die Tochter widerspricht: »Nenn nicht alles Prass; diese Schließe kann ich noch an meinem Album befestigen.«“
Die Rede greift die Bewertung des Buchbinders auf und begrenzt sie an einem konkreten Stück. Sie behauptet nicht, dass das gesamte Material brauchbar sei.
Das Wort in einer Erklärung ersetzen
„Die Erläuterung zum Werkstattdialog gibt Prass als Plunder wieder und beschreibt anschließend, welche Reste unter der Bank liegen.“
Die Umschreibung macht das veraltete Wort verständlich. Die zusätzliche Beschreibung erklärt den Gegenstand, den das zusammenfassende Nomen selbst nicht genau benennt.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Prass. Das Substantiv ist maskulin. Der Genitiv Singular lautet des Prasses; dabei wird die Endung es an die unveränderte Form Prass angefügt.
Hier wird Prass als zusammenfassende Bezeichnung im Singular verwendet. Die Tabelle zeigt die vier tatsächlich belegten Singularfälle. Eine Pluralreihe wird für diesen Gebrauch nicht angesetzt.
In die Tochter entnimmt dem Prass eine Schließe steht dem Prass im Dativ. Eine Aufforderung wie prass! gehört dagegen zum Verb prassen und ist keine Form dieses Nomens.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | der Prass |
| Genitiv | des Prasses |
| Dativ | dem Prass |
| Akkusativ | den Prass |
Schreibweise und Worttrennung
Das Nomen wird Prass geschrieben und hat innerhalb des Wortes keine Trennstelle. Als Substantiv beginnt es mit einem Großbuchstaben. Im Genitiv Prasses bleiben beide s des Grundworts erhalten.
