Reife
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Reife
- Worttrennung
- Rei·fe
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Reife
- Plural
- kein gebräuchlicher Plural in den hier erklärten Bedeutungen
Abstraktes Nomen ohne gebräuchliche Mehrzahl in den erläuterten Lesarten.
Definition · kurz erklärt
Reife ist der erreichte Zustand einer Entwicklung. Das Wort kann reifes Obst, körperliche Entwicklung oder eine ausgewogene geistige und persönliche Haltung meinen. Je nach Zusammenhang gelten unterschiedliche Merkmale als Zeichen der Reife.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein erreichter Entwicklungszustand
Bei Früchten und anderen Naturvorgängen bezeichnet Reife einen bestimmten Stand der Entwicklung. Wann etwas reif ist, hängt vom Gegenstand und Zweck ab. Reife bedeutet nicht, dass danach jede Veränderung aufhört.
Die Früchte werden erst geerntet, wenn sie die gewünschte Reife erreicht haben.
Der Satz nennt einen Entwicklungszustand. Welche Farbe, Festigkeit oder anderen Merkmale ihn kennzeichnen, müsste für die betreffende Frucht erklärt werden.
Bedeutung 2: Ausgewogenheit und persönliche Entwicklung
Bei Menschen kann Reife eine körperliche Entwicklung oder eine überlegte, ausgewogene Haltung meinen. Geistige Reife ist kein bloßes anderes Wort für ein bestimmtes Lebensalter. Eine Handlung kann einen entsprechenden Eindruck vermitteln, ohne den ganzen Menschen abschließend zu beurteilen.
Die Figur zeigt Reife, indem sie ihren Fehler eingesteht und Verantwortung übernimmt.
Das Verhalten begründet die Einschätzung in dieser Situation. Es behauptet keine vollkommene Fehlerfreiheit.
Bedeutung 3: Ein Bildungsstand in festen Bezeichnungen
In Zusammensetzungen und festen Bezeichnungen kann Reife einen erreichten Bildungsstand meinen, etwa in Hochschulreife oder mittlere Reife. Der konkrete Abschluss ergibt sich aus der jeweiligen Bezeichnung. Reife allein benennt noch keinen bestimmten Schulabschluss.
Im Lebenslauf steht der Abschluss mit der genauen Bezeichnung statt nur mit dem Wort Reife.
Die genaue Angabe vermeidet die Verwechslung zwischen persönlicher Entwicklung und einem nachgewiesenen Bildungsabschluss.
Synonyme: andere Wörter für Reife
Ausgereiftheit oder Besonnenheit?
Ausgereiftheit · Ausgewogenheit · Urteilsfähigkeit · Entwicklung
Ausgereiftheit passt auch zu Gedanken oder einer Gestaltung. Urteilsfähigkeit beschreibt eine bestimmte geistige Fähigkeit. Entwicklung meint dagegen den Vorgang, nicht zwingend den erreichten Zustand. Das verwandte Adjektiv reif muss ebenfalls aus dem jeweiligen Zusammenhang verstanden werden.
„Die Reife ihrer Überlegungen überzeugt“ lobt deren Ausgewogenheit. „Die Entwicklung ihrer Überlegungen wird dargestellt“ beschreibt, wie sie entstanden sind.
Beispiele und Verwendung
Alter und Verhalten auseinanderhalten
Obwohl die Figur jünger ist, begegnet sie dem Konflikt mit größerer Reife.
Verglichen wird die Haltung im Konflikt, nicht die Anzahl der Lebensjahre. Die Erzählung müsste zeigen, woran diese Haltung erkennbar ist.
Nicht jede Vollendung gleichsetzen
Der Entwurf besitzt bereits gedankliche Reife, ist aber sprachlich noch nicht fertig ausgearbeitet.
Inhaltliche Ausgewogenheit und vollständige Ausführung können auseinanderfallen. Reife muss deshalb jeweils auf ein bestimmtes Merkmal bezogen werden.
Grammatik und Beugung
Das feminine Substantiv heißt die Reife, Genitiv der Reife. In den hier erklärten abstrakten Bedeutungen wird es ohne gebräuchlichen Plural verwendet. Die Worttrennung ist Rei·fe.
Bei mit großer Reife und im Zustand der Reife bleibt das Nomen unverändert. Großgeschriebenes Reife ist ein Substantiv; in reife Früchte ist reife dagegen eine gebeugte Form des kleingeschriebenen Adjektivs.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Reife |
| Genitiv | der Reife |
| Dativ | der Reife |
| Akkusativ | die Reife |
