Rhetoriker
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Rhetoriker
- Worttrennung
- Rhe·to·ri·ker
- Artikel
- der
- Geschlecht
- maskulin
- Genitiv
- des Rhetorikers
- Plural
- die Rhetoriker
Definition · kurz erklärt
Ein Rhetoriker ist ein Redner, der die Redekunst beherrscht. Die Bezeichnung hebt die Fähigkeit hervor, eine Rede sprachlich und im Aufbau wirkungsvoll zu gestalten. Sie bestätigt für sich allein weder den Wahrheitsgehalt noch die moralische Qualität des Gesagten.
Bedeutungen
Die Redekunst beherrschen
Rhetoriker bezeichnet hier eine Person im Hinblick auf ihr Können beim Reden. Gemeint ist mehr als die bloße Aufgabe, vor einem Publikum zu sprechen. Aufbau, Wortwahl und Wirkung können dieses Urteil begründen; die Bezeichnung ersetzt eine solche Begründung nicht.
„Der Bericht beschreibt den Vortragenden als erfahrenen Rhetoriker, weil er seine Leitfrage verständlich entwickelt und am Ende wieder aufgreift.“
Der Satz nennt konkrete Merkmale des Vortrags. Daraus folgt nicht, dass jede in der Rede verwendete Zahl überprüft oder jede Schlussfolgerung richtig ist.
Synonyme: andere Wörter für Rhetoriker
Rhetoriker oder Redner?
Redner · redegewandter Mensch · Meister der Redekunst
Redner kann zunächst jede Person sein, die eine Rede hält. Rhetoriker rückt die Beherrschung der Redekunst in den Vordergrund. Redegewandt beschreibt die sprachliche Fähigkeit allgemeiner und muss keinen öffentlichen Vortrag voraussetzen.
„Er tritt als Redner auf.“ → „Er gilt als geschickter Rhetoriker.“
Die zweite Fassung fügt ein Urteil über das Können hinzu. Sie ist deshalb kein inhaltlich unveränderter Ersatz für die bloße Rollenangabe.
Eine neutrale Rollenbezeichnung wählen
Vortragender · Referent · Sprecher
Vortragender benennt die Tätigkeit bei einer Veranstaltung. Referent passt häufig zu einem fachlichen Beitrag. Sprecher kann auch eine Vertretungsrolle meinen. Diese Wörter enthalten nicht automatisch das Lob, das im jeweiligen Satz mit Rhetoriker verbunden sein kann.
„Als Referent erläutert er den Entwurf“ lässt offen, ob er ihn auch rhetorisch überzeugend vorträgt.
Rolle und Leistung sind getrennte Aussagen. Eine sachliche Inhaltsangabe kann die Rolle nennen und die Gestaltung danach an einzelnen Merkmalen zeigen.
Beispiele und Verwendung
Das Urteil begründen
„Die Analyse nennt den Redner einen guten Rhetoriker und verweist auf seine klaren Übergänge sowie seine anschaulichen Vergleiche.“
Die genannten Beobachtungen machen die Bewertung nachvollziehbar. Ob die Vergleiche sachlich tragen, muss zusätzlich am Inhalt geprüft werden.
Wirkung und Zustimmung trennen
„Der Rhetoriker hält eine eindrucksvolle Rede, doch mehrere Zuhörende widersprechen seinem Vorschlag.“
Ein wirkungsvoller Vortrag zwingt nicht zur Zustimmung. Der Satz lässt sprachliches Können und inhaltlichen Widerspruch nebeneinander bestehen.
Grammatik und Beugung
Die Formen lauten der Rhetoriker, des Rhetorikers, die Rhetoriker. Das Nomen ist maskulin. Im Dativ Plural steht den Rhetorikern. Die Grundform bleibt im Nominativ Singular und Plural gleich; Artikel und Verb machen den Numerus erkennbar: Der Rhetoriker spricht, aber die Rhetoriker sprechen. Das grammatische Genus ist eine Angabe zum Nomen und keine Bewertung der Rede.
Die Worttrennung lautet Rhe·to·ri·ker.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Rhetoriker | die Rhetoriker |
| Genitiv | des Rhetorikers | der Rhetoriker |
| Dativ | dem Rhetoriker | den Rhetorikern |
| Akkusativ | den Rhetoriker | die Rhetoriker |
