Riecher
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Riecher
- Worttrennung
- Rie·cher
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Riechers
- Plural
- die Riecher
Salopp; wörtliche und übertragene Bedeutung unterscheiden.
Definition · kurz erklärt
Riecher ist eine saloppe Bezeichnung für die Nase. Übertragen meint das Wort ein gutes Gespür dafür, günstige Gelegenheiten oder drohende Schwierigkeiten zu erkennen. Besonders geläufig ist die Verbindung einen guten Riecher für etwas haben.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Salopp: die Nase
Als Bezeichnung für die Nase ist Riecher deutlich umgangssprachlich und kann spöttisch klingen. Es ist deshalb in einer sachlichen Körperbeschreibung nicht das neutrale Ersatzwort. Aus der Form einer Nase lässt sich kein Charakter ableiten.
Die Romanfigur nennt ihre Nase scherzhaft ihren Riecher.
Das Beispiel gibt die Wortwahl der Figur wieder. Der scherzhafte Ton entsteht im Zusammenhang und ist keine anatomische Fachbezeichnung.
Bedeutung 2: Ein Gespür für Gelegenheiten und Risiken
Im übertragenen Sinn beschreibt Riecher eine Fähigkeit, Möglichkeiten oder Probleme früh zu erkennen. Die Bezeichnung kann Erfahrung und schnelle Einschätzung würdigen. Sie erklärt allein noch nicht, auf welchen Beobachtungen das Urteil beruht.
Die Buchhändlerin hat einen guten Riecher für Geschichten, die junge Leserinnen und Leser interessieren.
Gemeint ist ihr Gespür bei der Auswahl. Ein sicherer Erfolg jedes einzelnen Buches ist damit nicht versprochen.
Synonyme: andere Wörter für Riecher
Gespür, Instinkt oder Nase?
Nase · Gespür · Instinkt · Spürsinn
Nase passt zur wörtlichen Körperbezeichnung, Gespür zur übertragenen Einschätzung. Instinkt kann ein anscheinend unmittelbares Erkennen hervorheben, muss aber nicht dieselbe fachliche Bedeutung wie im Tierverhalten haben. Spürsinn passt besonders zum Aufspüren von Zusammenhängen.
„Ihr Riecher entdeckt einen neuen Trend“ ist bildlich. „Ihre Nase erkennt den Geruch“ handelt dagegen vom tatsächlichen Riechen.
Beispiele und Verwendung
Eine Fähigkeit konkret zeigen
Noch bevor die anderen das Problem bemerken, fragt die Figur nach der auffällig fehlenden Unterschrift. Ihr guter Riecher wird an einer Beobachtung sichtbar.
Die Deutung erhält einen konkreten Anhaltspunkt. Ein bloßes Lob ohne Beispiel würde weniger erklären.
Ergebnis und Fähigkeit unterscheiden
Bei dieser Entscheidung lag sein Riecher daneben, obwohl seine Einschätzungen sonst oft zutrafen.
Eine einzelne Fehlentscheidung widerspricht nicht zwingend jeder früheren Erfahrung. Umgekehrt beweist ein zufälliger Erfolg noch keinen verlässlichen Spürsinn.
Grammatik und Beugung
Es heißt der Riecher, Genitiv des Riechers, Plural die Riecher. Im Dativ Plural lautet die Form den Riechern. Die Worttrennung ist Rie·cher.
In einen guten Riecher für etwas haben steht Riecher im Akkusativ. Für nennt den Gegenstand des Gespürs und verlangt ebenfalls den Akkusativ: für neue Entwicklungen. Die saloppe Wortwahl bleibt auch bei der übertragenen Verwendung zu beachten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Riecher | die Riecher |
| Genitiv | des Riechers | der Riecher |
| Dativ | dem Riecher | den Riechern |
| Akkusativ | den Riecher | die Riecher |
Redewendungen und feste Verbindungen
Einen guten Riecher haben
Die Verbindung bedeutet, eine Gelegenheit oder ein mögliches Problem früh und treffend zu erkennen.
Beim Aufspüren des Fehlers beweist das Team einen guten Riecher.
Das Lob bezieht sich auf eine Einschätzung. Welche Hinweise den Ausschlag gaben, kann anschließend erklärt werden.
