Verlegenheit
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Verlegenheit
- Worttrennung
- Ver·le·gen·heit
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Verlegenheit
- Plural
- die Verlegenheiten (schwierige Lagen)
Befangenheit als Gefühl ohne Plural. Verlegenheiten bezeichnet mehrere schwierige oder unangenehme Lagen.
Definition · kurz erklärt
Verlegenheit bezeichnet ein unsicheres, befangenes Gefühl oder eine unangenehme Lage, in der man nicht recht weiterweiß. Ein unerwartetes Lob kann jemanden verlegen machen; eine fehlende Auskunft kann jemanden in Verlegenheit bringen. Gefühl und Schwierigkeit sind dabei zu unterscheiden.
Bedeutungen
Sich unsicher und befangen fühlen
Verlegenheit kann das Gefühl bezeichnen, wenn jemand nicht weiß, wie er sich in einer ungewohnten oder peinlichen Situation verhalten soll. Auch freundlich gemeinte Aufmerksamkeit kann es auslösen. Das Gefühl muss deshalb nicht bedeuten, dass jemand etwas Falsches getan hat.
Aus Verlegenheit strich Mira die Tischdecke glatt, als alle ihr ein Kompliment machten.
Der Satz nennt ausdrücklich den Grund ihres Verhaltens. Eine solche Bewegung allein würde ihre Verlegenheit noch nicht beweisen.
Eine unangenehme Schwierigkeit
Eine Verlegenheit ist auch eine Lage, in der eine passende Antwort, eine Lösung oder ein benötigtes Mittel fehlt. Hier steht die Schwierigkeit im Vordergrund, nicht zwingend ein sichtbares Gefühl der Befangenheit.
Die fehlende Reservierung brachte die Reisegruppe in Verlegenheit.
Die Gruppe muss eine neue Lösung finden. Eine ernsthafte Gefahr oder existenzielle Not ist damit noch nicht behauptet.
Synonyme: andere Wörter für Verlegenheit
Verlegenheit, Befangenheit oder Unsicherheit?
Befangenheit hebt die eingeschränkte Ungezwungenheit hervor. Unsicherheit ist weiter: Sie kann auch fehlendes Wissen oder mangelnde Gewissheit meinen, ohne dass jemand sich peinlich berührt fühlt.
Das Adjektiv verlegen beschreibt die entsprechende momentane Reaktion. Eine einzelne verlegene Antwort ist noch keine dauerhafte Charaktereigenschaft.
„Er ist unsicher, wann der Bus fährt“ betrifft fehlendes Wissen. „Er schweigt vor Verlegenheit“ benennt ein Gefühl in der Situation.
Verlegenheit oder Notlage?
Bei einer schwierigen Situation können Bedrängnis oder Schwierigkeiten passen. Notlage ist meist stärker und kann eine ernsthafte Bedrohung oder einen Mangel an grundlegenden Mitteln ausdrücken.
Eine vergessene Platzkarte sollte deshalb nicht ohne weiteren Grund zur Notlage zugespitzt werden. Der konkrete Anlass hilft, das Ausmaß verständlich zu machen.
„Die Nachfrage brachte sie in Verlegenheit“ kann eine fehlende Antwort meinen. „Die Überschwemmung brachte sie in eine Notlage“ beschreibt eine viel ernstere Bedrängnis.
Beispiele und Verwendung
„Er lachte aus Verlegenheit.“ – „Er lachte aus Freude.“
Dieselbe sichtbare Handlung kann verschiedene Gründe haben. Wer einen Text deutet, braucht Hinweise aus dem Zusammenhang und darf das Motiv nicht aus dem Lachen allein ableiten.
„Mit den widersprüchlichen Zusagen geriet der Veranstalter in Verlegenheit.“
Die Verbindung in Verlegenheit geraten beschreibt, dass eine schwierige Lage entsteht. Sie ist von in Verlegenheit bringen zu unterscheiden: Dabei wird zusätzlich ein Auslöser genannt.
Grammatik und Beugung
Der Artikel lautet die Verlegenheit, der Genitiv Singular der Verlegenheit. Das Gefühl der Befangenheit wird ohne Plural bezeichnet. Der belegte Plural die Verlegenheiten meint einzelne schwierige oder unangenehme Lagen. Die Pluralspalte der Tabelle gehört ausschließlich zu dieser zweiten Bedeutung.
In in Verlegenheit geraten bleibt Verlegenheit unverändert. Beim Plural in Verlegenheiten geraten werden mehrere Schwierigkeiten hervorgehoben. Die Tabelle zeigt die Fälle mit bestimmtem Artikel.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Verlegenheit | die Verlegenheiten |
| Genitiv | der Verlegenheit | der Verlegenheiten |
| Dativ | der Verlegenheit | den Verlegenheiten |
| Akkusativ | die Verlegenheit | die Verlegenheiten |
