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Wankelmütigkeit

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Wankelmütigkeit
Worttrennung
Wan·kel·mü·tig·keit
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Wankelmütigkeit
Plural
die Wankelmütigkeiten (einzelne Äußerungen oder Handlungen)

Gehoben und abwertend. Die Eigenschaft wird ohne Plural bezeichnet; der Plural betrifft einzelne wankelmütig wirkende Dinge.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wankelmütigkeit bezeichnet eine als unbeständig bewertete Haltung. Das gehobene, abwertende Wort kann außerdem einzelne Dinge meinen, die als Ausdruck solchen Schwankens erscheinen.

Bedeutungen

Die Unbeständigkeit einer Haltung

Wankelmütigkeit bezeichnet das wiederholte Schwanken bei Entschlüssen, Meinungen oder Zusagen. Das gehobene Wort enthält einen Vorwurf: Die Haltung erscheint wenig beständig. Eine begründete Korrektur nach neuen Informationen ist damit nicht automatisch gemeint.

„Ihre Wankelmütigkeit erschwert die Absprache: Erst sagt sie fest zu, kurz darauf wieder ab.“

Der Satz zeigt, worauf das Urteil beruht. Ohne solche Angaben wäre die Bezeichnung lediglich eine Bewertung. In dieser Eigenschaftsbedeutung wird kein Plural gebraucht.

Etwas, das unbeständig wirkt

Eine einzelne Äußerung, Entscheidung oder Handlung kann als eine Wankelmütigkeit bezeichnet werden, wenn sie als Ausdruck einer schwankenden Haltung erscheint. Diese zählbare Verwendung ermöglicht den Plural Wankelmütigkeiten.

„Der Erzähler deutet die widersprüchlichen Zusagen als Wankelmütigkeiten seines Helden.“

Nicht jede Zusage ist schon eine Wankelmütigkeit. Erst die Deutung als Ausdruck von Unbeständigkeit erklärt das wertende Wort; sie sollte in einer Analyse als Perspektive kenntlich bleiben.

Wankelmütigkeit: Synonyme und andere Wörter

Bei einer schwankenden Haltung

Wankelmut · Unbeständigkeit · Unentschlossenheit

Wankelmut ist sehr nahe. Unentschlossenheit betont das Nichtentscheidenkönnen; Unbeständigkeit den häufigen Wechsel. Wankelmütigkeit kann diese Vorgänge als vorwerfbare Haltung zusammenfassen.

„Sie entscheidet sich nicht“ hebt das Zögern hervor. „Sie entscheidet sich ständig um“ betont dagegen den Wechsel.

Bei einzelnen Belegen

widersprüchliche Entscheidung · wechselnde Zusage

Diese konkreten Umschreibungen erklären, welche Handlung die Wertung ausgelöst hat. Unzuverlässigkeit nennt allgemeiner einen fehlenden Verlass; sie beweist noch keine bestimmte Ursache.

„Seine dritte Kehrtwende“ beschreibt den Vorgang genauer als „eine weitere Wankelmütigkeit“. Ob die Kehrtwende unvernünftig war, bleibt zusätzlich zu begründen.

Beispiele und Verwendung

Eine Figur differenziert beschreiben

„In dieser Szene erscheint die Figur wankelmütig, weil ihre Zusagen ohne erkennbaren neuen Grund wechseln.“

Die Einschränkung auf die Szene und die Angabe der Beobachtung machen den Schluss nachvollziehbar. Ein einzelner Ausschnitt muss kein dauerhaftes Persönlichkeitsmerkmal beweisen.

Neue Gründe ernst nehmen

„Die Absage war keine Wankelmütigkeit: Inzwischen war die Veranstaltung abgesagt worden.“

Die neue Information verändert die Grundlage des Entschlusses. Gute Wortwahl unterscheidet sachlich begründete Anpassung von bloßem Schwanken.

Grammatik und Beugung

Das feminine Nomen wird Wan·kel·mü·tig·keit getrennt. Im Singular bleibt seine Form gleich. Wankelmütigkeiten ist der Plural für einzelne als unbeständig beurteilte Äußerungen oder Handlungen, nicht ein gewöhnlicher Plural der Eigenschaft.

Wankelmütigkeit: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdie Wankelmütigkeitdie Wankelmütigkeiten
Genitivder Wankelmütigkeitder Wankelmütigkeiten
Dativder Wankelmütigkeitden Wankelmütigkeiten
Akkusativdie Wankelmütigkeitdie Wankelmütigkeiten

Vergleiche: wegen ihrer Wankelmütigkeit bezeichnet die Haltung; mehrere Wankelmütigkeiten in ihren Antworten richtet den Blick auf einzelne Belege. Das Nomen wird großgeschrieben, das verwandte Adjektiv wankelmütig klein.