Zweck
Form & Grammatik
- Stichwort
- Zweck
- Worttrennung
- Zweck
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Zwecks / des Zweckes
- Plural
- die Zwecke
Gebrauch: Einsilbig, ohne Trennstelle. Der Plural bezeichnet verschiedene Ziele oder Verwendungsarten.
Definition · kurz erklärt
Zweck bezeichnet das angestrebte Ergebnis einer Handlung oder die vorgesehene Aufgabe und Verwendung einer Sache. Die Frage nach dem Zweck lautet also: Wozu wird etwas getan oder gebraucht?
Bedeutungen
1 Ein angestrebtes Ergebnis
Bei einer Handlung ist der Zweck das, was man damit erreichen möchte. Er ist von dem Ergebnis zu unterscheiden, das später tatsächlich eintritt. Eine Maßnahme kann ihren Zweck erfüllen, verfehlen oder nur teilweise erreichen.
„Die zusätzliche Buslinie hat den Zweck, den Schulweg zu verkürzen.“
Das ist die beabsichtigte Verbesserung. Ob der Schulweg wirklich kürzer wird, müsste man anhand der Fahrzeiten feststellen; die Zweckangabe allein belegt den Erfolg noch nicht.
2 Bestimmung und Verwendungsart
Bei Dingen, Geld oder Räumen bezeichnet Zweck die Aufgabe, für die sie vorgesehen sind. Im Plural nennt man damit oft mehrere Nutzungsbereiche.
„Der Raum darf für Unterricht und andere gemeinnützige Zwecke genutzt werden.“
Der Satz legt zulässige Nutzungen fest. Zwecke meint hier Verwendungsarten und nicht mehrere einzelne Räume. Welche Nutzungen genau erfasst sind, muss der Zusammenhang klären.
Synonyme: andere Wörter für Zweck
Zweck oder Ziel?
Ziel betont besonders den gewünschten Endpunkt oder das Ergebnis. Zweck stellt stärker die Frage, wozu eine Handlung oder ein Mittel eingesetzt wird. Häufig überschneiden sich beide Wörter.
Bei Wegen bezeichnet Ziel außerdem einen räumlichen Endpunkt. In dieser Bedeutung lässt es sich nicht einfach durch Zweck ersetzen.
„Unser Ziel ist ein barrierefreier Eingang.“ – „Der Zweck des Umbaus ist, das Gebäude zugänglich zu machen.“ Beide Sätze passen zusammen, haben aber einen unterschiedlichen Blickwinkel.
Zweck oder Funktion?
Eine Funktion ist eine Aufgabe oder Rolle in einem Zusammenhang. Zweck hebt meist hervor, dass etwas für diese Aufgabe vorgesehen oder eingesetzt wird.
Nicht jede beobachtete Wirkung ist zugleich der beabsichtigte Zweck. Ein Gegenstand kann auch unerwartete Wirkungen oder zusätzliche Funktionen haben.
„Das Signal hat eine Warnfunktion.“ – „Das Signal wird zu dem Zweck eingesetzt, Fußgänger rechtzeitig zu warnen.“ Der zweite Satz benennt die Absicht des Einsatzes ausdrücklich.
Zweck oder Sinn?
Sinn kann ebenfalls einen Zweck oder Nutzen bezeichnen. Daneben bedeutet es etwa Bedeutung, Verständnis oder Wahrnehmungsfähigkeit.
Die Frage Was ist der Sinn dieser Übung? kann nach ihrem Lernziel fragen. Der Sinn eines Wortes ist dagegen seine Bedeutung; Zweck wäre dort normalerweise unpassend.
„Welchen Zweck hat die Wiederholung?“ – „Welchen Sinn hat diese Redewendung?“ Im ersten Fall geht es um eine Maßnahme, im zweiten kann die sprachliche Bedeutung gemeint sein.
Beispiele und Verwendung
Ein Vorhaben verständlich erklären
„Wir sammeln die Rückmeldungen zu dem Zweck, die Anleitung vor dem Druck zu verbessern.“
Die Zweckangabe macht aus einer bloßen Tätigkeit ein nachvollziehbares Vorhaben. Eine konkrete Erklärung ist für Leser meist hilfreicher als die allgemeine Formulierung zu Optimierungszwecken.
In einer Inhaltsanalyse
„Die Figur erzählt die Geschichte offenbar zu dem Zweck, ihre Verspätung zu entschuldigen.“
Offenbar kennzeichnet eine Deutung ihrer Absicht. Sie sollte mit der Gesprächssituation oder einer Textstelle gestützt werden; ein vermuteter Zweck ist nicht automatisch eine ausdrücklich erklärte Absicht.
Grammatik und Beugung
Das Substantiv heißt der Zweck, im Genitiv des Zwecks oder des Zweckes. Sein Plural lautet die Zwecke. Im Dativ Plural steht Zwecken: zu verschiedenen Zwecken.
Zweck wird großgeschrieben, auch in zum Zweck und zum Zwecke. Davon zu unterscheiden ist die Präposition zwecks, etwa zwecks Rücksprache: Sie ist ein anderes Wort und wird kleingeschrieben. In verständlichen Alltagstexten kann für oder um … zu häufig klarer wirken.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Zweck | die Zwecke |
| Genitiv | des Zwecks / des Zweckes | der Zwecke |
| Dativ | dem Zweck | den Zwecken |
| Akkusativ | den Zweck | die Zwecke |
Redewendungen und feste Verbindungen
Mittel zum Zweck
So nennt man etwas, das eingesetzt wird, um ein anderes Ziel zu erreichen. Das Mittel ist in dieser Betrachtung nicht das eigentliche Ziel.
„Die Tabelle ist für das Team ein Mittel zum Zweck: Sie soll die Schichtplanung erleichtern.“
Die Formulierung sagt nicht, dass die Tabelle nutzlos sei. Sie ordnet ihren Nutzen einem übergeordneten Vorhaben unter. Bei Menschen kann dieselbe Wendung eine kritische, instrumentalisierende Behandlung ansprechen.
Der Zweck heiligt die Mittel
Mit diesem Sprichwort wird die Auffassung ausgedrückt, ein gewünschtes Ziel rechtfertige die dafür eingesetzten Vorgehensweisen. Oft wird genau diese Auffassung kritisch zurückgewiesen.
„Nur weil wir gewinnen wollen, heiligt der Zweck noch lange nicht die Mittel.“
Der Beispielsatz lehnt unfaire Vorgehensweisen ab. Das Sprichwort selbst ist keine moralische Regel, der ein Text zustimmen müsste; seine Verwendung kann zustimmend oder ablehnend sein.
Verwandte Wörter
Zweckmäßig nennt etwas, das für einen Zweck geeignet ist. Zwecklos bedeutet, dass ein angestrebter Nutzen oder Erfolg fehlt. Die Wörter bewerten also unterschiedliche Beziehungen zwischen Mittel und Ziel.
