abfallen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- abfallen
- Worttrennung
- ab·fal·len
- Präsens
- fällt ab
- Präteritum
- fiel ab
- Partizip II
- abgefallen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Das Perfekt wird mit sein gebildet: ist abgefallen. Im Hauptsatz steht ab getrennt; im Nebensatz heißt es beispielsweise weil die Blätter abfallen. Die Stämme fall-, fäll- und fiel- wechseln; die markierten Endungen verändern diese Stammformen nicht.
Abfallen bedeutet unter anderem, sich zu lösen und herunterzufallen, nach unten zu verlaufen oder geringer beziehungsweise schwächer zu werden. In für jemanden fällt etwas ab ist ein Anteil oder Vorteil gemeint. Die Formen lauten fällt ab – fiel ab – ist abgefallen.
Die Bedeutungen von abfallen
Eine gemeinsame Vorstellung ist die Bewegung weg von einem bisherigen Halt oder Niveau. Trotzdem sind die Verwendungen nicht austauschbar. Ein abfallender Hang bewegt sich nicht wie ein herunterfallendes Blatt; seine Form verläuft nach unten. Eine nachlassende Leistung wiederum ist keine räumliche Bewegung.
- Sich lösen: Teile einer Beschichtung können von einem Gegenstand abfallen. Das Verb beschreibt den Vorgang, ohne immer dessen Ursache zu nennen.
- Gefälle: Ein Gelände fällt zu einem tiefer gelegenen Bereich hin ab. Zusätze wie flach oder steil erklären die Neigung.
- Verringerung: Eine Temperatur, ein Druck oder eine Leistung kann abfallen. Ausgangswert, Endwert und Zeitraum machen die Veränderung genauer.
- Zurückbleiben: Wer gegenüber anderen abfällt, zeigt im betreffenden Vergleich eine schwächere Leistung. Das ist kein Urteil über den gesamten Wert eines Menschen.
- Übrig bleiben oder zufallen: Beim Zuschneiden fallen Reste ab. Wenn für jemanden ein Anteil abfällt, erhält die Person etwas aus einem Vorgang. Diese Wendung klingt häufig umgangssprachlich.
Übertragen kann auch Anspannung von jemandem abfallen: Sie lässt spürbar nach. Die gehobene Verbindung von einem Glauben oder einer Gemeinschaft abfallen bezeichnet dagegen eine Abkehr. Sie kann die wertende Perspektive derjenigen tragen, die Loyalität erwarten. Eine neutrale Darstellung benennt genauer, welche Überzeugung oder Zugehörigkeit sich ändert.
Synonyme nach Lesart auswählen
| Alternative | Passender Zusammenhang | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| sich lösen | Ein befestigter Teil fällt ab | Benennt das Ende der Verbindung; das anschließende Fallen ist nicht ausdrücklich enthalten. |
| sich neigen | Ein Gelände fällt ab | Beschreibt den Verlauf; die Richtung sollte zusätzlich genannt werden. |
| sinken | Ein Messwert fällt ab | Ist eine geläufige Alternative für die Verringerung eines Wertes. |
| übrig bleiben | Reste bei einer Bearbeitung | Betont den verbleibenden Bestand, nicht eine Bewegung nach unten. |
Beispielpaar 1: Ein Messwert verändert sich
Ausgangssatz: Während des Versuchs fällt die gemessene Temperatur von zwanzig auf sechzehn Grad ab.
Alternative: Während des Versuchs sinkt die gemessene Temperatur von zwanzig auf sechzehn Grad.
Die eigenen Sätze bewahren dieselbe Veränderung. „Schwankt“ wäre ungenauer und könnte eine Bewegung in beide Richtungen meinen. Die Zahlen sagen noch nichts darüber, wodurch die Abnahme verursacht wird.
Beispielpaar 2: Reste sind nicht automatisch Müll
Ausgangssatz: Beim Zuschneiden der Pappen fallen schmale Streifen ab.
Alternative: Beim Zuschneiden der Pappen bleiben schmale Streifen übrig.
Beide eigenen Fassungen beschreiben Restmaterial. Ob die Streifen entsorgt oder für ein weiteres Modell genutzt werden, bleibt offen. Weggeworfen werden wäre deshalb keine gleichwertige Ersetzung.
Konjugation und Satzbau
Abfallen ist ein starkes, trennbares Verb. Das Subjekt bezeichnet, was sich löst, sinkt oder als Rest entsteht. Ein direktes Akkusativobjekt steht in diesen Verwendungen nicht: „Die Schicht fällt ab“, nicht „Die Schicht fällt den Lack ab“.
Konjugation von abfallen
Das Perfekt wird mit sein gebildet: ist abgefallen. Im Hauptsatz steht ab getrennt; im Nebensatz heißt es beispielsweise weil die Blätter abfallen. Die Stämme fall-, fäll- und fiel- wechseln; die markierten Endungen verändern diese Stammformen nicht.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | falle ab | fiel ab | falle ab | fiele ab |
| du | fällst ab | fielst ab | fallest ab | fielest ab |
| er/sie/es | fällt ab | fiel ab | falle ab | fiele ab |
| wir | fallen ab | fielen ab | fallen ab | fielen ab |
| ihr | fallt ab | fielt ab | fallet ab | fielet ab |
| sie/Sie | fallen ab | fielen ab | fallen ab | fielen ab |
Das Perfekt steht mit sein: „Die Schicht ist abgefallen“, „Die Werte sind abgefallen“. Der Umlaut erscheint im Präsens bei du fällst ab und es fällt ab, nicht bei ihr fallt ab. In für die Gruppe fällt ein Anteil ab bleibt der Anteil das Subjekt. Die Gruppe steht nach für im Akkusativ.
Abfallen, abzufallen und abfällig
Der Infinitiv wird zusammengeschrieben. Im Hauptsatz steht die Vorsilbe getrennt: „Der Weg fällt nach Süden ab.“ Im Nebensatz bleibt die Form zusammen: „weil der Weg nach Süden abfällt“. Der Infinitiv mit zu lautet abzufallen, das Partizip abgefallen.
Abfällig ist kein frei einsetzbares Ersatzwort für abfallend. Eine abfällige Bemerkung setzt jemanden herab. Ein abfallender Hang hat dagegen ein Gefälle.
Vergleiche und Vorgänge genauer beschreiben
„Die Leistung fällt ab“ lässt offen, was beobachtet wurde. Aussagekräftiger ist: „In den letzten beiden Durchgängen löst die Gruppe weniger Aufgaben richtig.“ Das eigene Beispiel benennt den Maßstab und den Zeitraum, ohne die Ursache zu erfinden. Ein Konzentrationsproblem wäre erst mit weiteren Angaben zu begründen.
Bei einem Gelände helfen Richtung und Neigung; bei Restmaterial Menge und weitere Verwendung. Wenn ein Vorteil „für jemanden abfällt“, sollte außerdem klar sein, ob ein vereinbarter Anteil oder eine unerwartete Zugabe gemeint ist. Weitere Tätigkeiten findest du im Wörterbuch der Verben.
