aufflackern
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- aufflackern
- Worttrennung
- auf·fla·ckern
- Präsens
- flackert auf
- Präteritum
- flackerte auf
- Partizip II
- aufgeflackert
- Hilfsverb
- sein
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt den gewöhnlichen Gebrauch in der dritten Person Singular und Plural. In dichterischer oder werblicher Personifizierung sind auch andere Personenformen möglich.
Aufflackern bedeutet plötzlich flackernd aufleuchten oder wieder sichtbar beziehungsweise spürbar werden. Eine Flamme kann aufflackern; übertragen können Hoffnung, Erinnerungen oder ein Streit erneut hervortreten. Häufig schwingt etwas Kurzes oder Unbeständiges mit, ohne dass eine feste Dauer festgelegt wäre.
Ein kurzes Licht und eine erneute Regung
Wörtlich beschreibt das Verb eine unruhige, plötzlich stärkere Licht- oder Flammenerscheinung. Das Flackern unterscheidet sich vom gleichmäßigen Leuchten. Eine technische Ursache des Lichtwechsels lässt sich aus dem Wort allein nicht ableiten.
Bei einer Hoffnung stellt aufflackern eine Regung als plötzlich auftretendes Licht dar. Die Hoffnung kann wieder verschwinden oder sich festigen. Dass sie aufflackert, garantiert keinen günstigen Ausgang; beschrieben wird zunächst eine innere Veränderung.
Ein alter Streit kann erneut aufflackern, wenn eine Bemerkung ihn wieder sichtbar macht. Daraus folgt nicht, dass vorher alle Gegensätze gelöst waren. Aufflackern beschreibt das erneute Hervortreten, nicht unbedingt den Ursprung einer Spannung. Der Zusatz erneut oder wieder verdeutlicht die Wiederkehr.
Passende Synonyme und ihre Grenzen
| Alternative | Passender Gebrauch | Bedeutungsunterschied |
|---|---|---|
| flackernd aufleuchten | Eine Flamme oder ein Licht flackert auf | Erhält die unruhige Lichtwirkung genauer als das allgemeine heller werden. |
| kurz aufkommen | Eine Hoffnung flackert auf | Passt bei ausdrücklich kurzer Dauer; sonst würde kurz eine zusätzliche Aussage machen. |
| wieder hervortreten | Ein alter Gegensatz flackert erneut auf | Erklärt die Wiederkehr ohne das Lichtbild. |
| sich erneut regen | Ein vergessen geglaubtes Interesse flackert auf | Passt zu inneren Regungen, nicht zu jedem körperlichen Leuchten. |
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
Beispielpaar 1: Eine vorsichtige Hoffnung
Ausgangssatz: Beim Blick auf den neuen Hinweis flackert in Sara Hoffnung auf.
Alternative: Beim Blick auf den neuen Hinweis regt sich in Sara Hoffnung.
Die zweite Fassung verzichtet auf das Lichtbild. Beide beschreiben eine innere Regung, keinen bereits gesicherten Erfolg. Ob die Hoffnung lange anhält, müsste der Text ergänzen.
Beispielpaar 2: Ein Streit kehrt zurück
Ausgangssatz: Bei der Verteilung der Probenzeiten flackert der alte Streit wieder auf.
Alternative: Bei der Verteilung der Probenzeiten tritt der alte Streit wieder hervor.
Die Alternative benennt das erneute Sichtbarwerden sachlicher. Sie lässt wie der Ausgangssatz offen, ob der Streit vorher nur ruhte oder tatsächlich beigelegt schien. Diese Vorgeschichte gehört in eine genauere Erklärung.
Flackert auf, flackerte auf, ist aufgeflackert
Aufflackern ist ein schwaches, trennbares Verb. Im Präsens steht in der ersten Person flackere auf. Das Präteritum und das Partizip entstehen regelmäßig.
Konjugation von aufflackernPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| er / sie / es: Singular | flackert auf | flackerte auf | flackere auf / flackre auf | flackerte auf |
| sie: Plural | flackern auf | flackerten auf | flackern auf | flackerten auf |
Das Perfekt lautet ist aufgeflackert. Die Flamme, Hoffnung oder Spannung ist das Subjekt; ein direktes Akkusativobjekt wird gewöhnlich nicht verwendet. „Sie flackert die Hoffnung auf“ ist deshalb nicht die passende Konstruktion. Man kann stattdessen Hoffnung wecken oder ein Aufflackern auslösen.
Aufflackern und aufzuflackern
Auf und flackern ergeben aufflackern mit ff an der Wortgrenze und ck im Stamm. Im Partizip aufgeflackert trennt ge die beiden f. Der zu-Infinitiv heißt aufzuflackern.
Das Bild nicht überdehnen
In einer Analyse sollte das flackernde Licht nicht automatisch als Hoffnung gedeutet werden. Erst der Zusammenhang kann eine solche symbolische Lesart tragen. Das Verb ist auch eine gewöhnliche Beschreibung sichtbaren Lichts.
Hoffnungsvoll erklärt positive Erwartung ohne Erfolgsgarantie. Flüchtig kann eine ausdrücklich kurze Regung beschreiben, ist aber kein Ersatz für jede aufflackernde Entwicklung. Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
