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ausflippen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ausflippen
Worttrennung
aus·flip·pen
Präsens
flippt aus
Präteritum
flippte aus
Partizip II
ausgeflippt
Hilfsverb
sein
Reflexiver Gebrauch
ohne Reflexivpronomen in den hier erläuterten Bedeutungen
Trennbarkeit
trennbar
Ergänzungen
gewöhnlich ohne Akkusativobjekt; jemand flippt aus

Umgangssprachlich. Das Perfekt lautet ist ausgeflippt. Es heißt sie flippt aus, nicht sie flippt sich aus.

Formen und Verwendung im Detail

Ausflippen bedeutet umgangssprachlich, sehr heftig zu reagieren oder die Fassung zu verlieren. Gemeint sein können Wut, Überforderung oder große Freude. Der Anlass entscheidet über die genaue Bedeutung.

Wut und Freude sind beide möglich

Wer sagt „Ich flippe aus“, kündigt nicht immer einen Wutausbruch an. Die Wendung kann Ärger ausdrücken, aber ebenso überwältigende Freude. Beim Lesen solltest du daher den Anlass und das anschließende Verhalten beachten. Ohne diese Angaben bleibt ausflippen eine starke, aber ungenaue Beschreibung.

Im Alltag wird das Verb häufig übertreibend gebraucht. „Über diese Einladung bin ich fast ausgeflippt“ kann heißen, dass sich jemand sehr gefreut hat. Die Aussage behauptet dann keinen tatsächlichen Kontrollverlust. In einer ernsten Konfliktszene kann das Wort dagegen für heftige, unbeherrschte Reaktionen stehen. Das Verb selbst ist keine medizinische Diagnose.

Daneben kann ausflippen das bewusste Verlassen gesellschaftlich üblicher Lebensformen bezeichnen. Diese Lesart braucht einen passenden Kontext, etwa eine Erzählung über den Bruch mit bisherigen Erwartungen. Sie ist nicht mit jedem kurzen Gefühlsausbruch gleichzusetzen.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
die Fassung verlierenbei Überforderung ausflippenBeschreibt den Verlust innerer Ruhe, ohne die Emotion genau festzulegen.
wütend werdenaus Ärger ausflippenNennt die Gefühlsart, kann aber deutlich weniger heftig sein.
vor Freude außer sich seinüber eine gute Nachricht ausflippenErhält die starke positive Erregung.
tobenlaut und heftig ausflippenBehauptet sicht- oder hörbares Verhalten und passt nicht zu jeder Verwendung.

Eigene Beispiele: starke Freude

Ausgangssatz: Als sie die Zusage für den Chor erhielt, flippte Jule vor Freude aus.

Alternative: Als sie die Zusage für den Chor erhielt, war Jule vor Freude außer sich.

Beide erfundenen Sätze beschreiben eine sehr starke positive Reaktion. „Jule war zufrieden“ wäre viel schwächer. „Jule tobte“ könnte dagegen fälschlich an einen Wutausbruch denken lassen, solange der Grund nicht klar bleibt.

Eigene Beispiele: eine belastende Situation

Ausgangssatz: Nach dem dritten absichtlichen Unterbrechen flippte der Sprecher aus.

Alternative: Nach dem dritten absichtlichen Unterbrechen verlor der Sprecher die Fassung.

Die Alternative klingt weniger salopp. Sie sagt allerdings ebenso wenig, was er konkret tat. Für einen genauen Bericht müsste folgen, ob er schrie, das Gespräch abbrach oder auf andere Weise reagierte. Der Anlass entschuldigt mögliche Beleidigungen nicht automatisch.

Regelmäßige Formen mit sein

Ausflippen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Es steht ohne Akkusativobjekt: jemand flippt aus. Ein Anlass kann mit bei, wegen oder über angeschlossen werden. Das Verb braucht kein Reflexivpronomen: „Sie flippt aus“, nicht „sie flippt sich aus“.

Konjugation von ausflippen

Umgangssprachlich. Das Perfekt lautet ist ausgeflippt. Es heißt sie flippt aus, nicht sie flippt sich aus.

ausflippen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichflippe ausflippte ausflippe ausflippte aus
duflippst ausflipptest ausflippest ausflipptest aus
er/sie/esflippt ausflippte ausflippe ausflippte aus
wirflippen ausflippten ausflippen ausflippten aus
ihrflippt ausflipptet ausflippet ausflipptet aus
sie/Sieflippen ausflippten ausflippen ausflippten aus

Das Perfekt lautet ist ausgeflippt: „Die Fans sind vor Begeisterung ausgeflippt.“ Der Infinitiv mit zu ist auszuflippen. Der Imperativ lautet Flipp nicht aus! oder Flippe nicht aus! Eine solche Aufforderung kann in einem Konflikt herablassend wirken; eine konkrete ruhige Bitte ist oft hilfreicher.

Mit doppeltem p

Ausflippen behält pp in allen genannten Formen: flippte, ausgeflippt, auszuflippen. Im Hauptsatz trennen sich die Bestandteile: „Er flippt gleich aus.“ Im Nebensatz stehen sie zusammen: „weil er gleich ausflippt“. Als substantivierter Infinitiv wird großgeschrieben: sein plötzliches Ausflippen.

Für Berichte genauer, für Dialoge lebendig

In einem Dialog kann ausflippen die spontane Sprache einer Figur glaubwürdig wiedergeben. In einer sachlichen Beschreibung sind genauere Wörter oft besser. Wütend benennt starken Ärger, begeistert starke positive Anteilnahme. Beide Zustände können jedoch auch ohne lauten Ausbruch auftreten.

Wenn du eine Figur charakterisierst, trenne die beobachtete Reaktion von einer dauerhaften Eigenschaft. Ein einzelner Ausbruch belegt noch keine ständige Unbeherrschtheit. Beschreibe Anlass, Verhalten und gegebenenfalls spätere Einsicht, statt die ganze Person auf das Wort ausflippen zu reduzieren.

Weitere Formen findest du im Verbenwörterbuch.