ausstechen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausstechen
- Worttrennung
- aus·ste·chen
- Präsens
- sticht aus
- Präteritum
- stach aus
- Partizip II
- ausgestochen
- Hilfsverb
- haben
Ausstechen bedeutet wörtlich, mit einer Form oder einem spitzen Werkzeug etwas herauszutrennen. Übertragen heißt es, jemanden im Wettbewerb deutlich zu übertreffen oder zu verdrängen. Die Tätigkeit und die Konkurrenzlesart dürfen beim Ersetzen nicht verwechselt werden.
Formen herstellen oder jemanden übertreffen
Beim Backen werden aus einer Teigfläche Formen ausgestochen. Eine Form trennt einzelne Stücke heraus und bestimmt ihren Umriss. Ausstechen ist deshalb genauer als formen: Ein frei mit den Händen geformtes Stück muss nicht ausgestochen sein.
Auch außerhalb der Küche kann ein Werkzeug Teile herauslösen. Pflanzen werden aus der Erde ausgestochen; beim Herstellen einer Vertiefung kann ausstechen ebenfalls die Arbeit am Material beschreiben. Je nach Gegenstand unterscheidet sich das Verfahren.
Die Konkurrenzlesart ist übertragen: Wer andere aussticht, ist in einer bestimmten Situation erfolgreicher oder erhält den Vorzug. Häufig klingt ein Verdrängen mit. Das Verb behauptet aber nicht automatisch, dass die Person unfair vorgeht.
Eine weitere Verwendung betrifft die Zeiterfassung: Beim Ausstechen wird das Arbeitsende mit einer entsprechenden Einrichtung erfasst. Das ist keine Aussage über einen Wettbewerb. Die genaue Ausgestaltung hängt vom jeweiligen System ab.
Wörtlich kann das Verb außerdem eine Verletzung durch einen Stich bezeichnen. In einer Textanalyse sollte diese gewaltsame Lesart klar benannt und nicht mit dem harmlosen Backen oder einem bildlichen Übertreffen vermischt werden.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| heraustrennen | Teigformen ausstechen | Allgemeiner; das verwendete Werkzeug bleibt ohne Zusatz offen. |
| herauslösen | Pflanzen aus der Erde ausstechen | Betont das Ergebnis, weniger die stechende Arbeitsbewegung. |
| übertreffen | eine Konkurrentin ausstechen | Passt zur Leistung; die mögliche Verdrängung ist schwächer betont. |
| den Vorzug erhalten | andere bei einer Auswahl ausstechen | Benennt den Auswahlvorteil, ohne eine bestimmte Vorgehensweise zu unterstellen. |
Eigene Beispiele: ein Umriss im Teig
Ausgangssatz: Die Kinder stachen kleine Monde aus dem Teig aus.
Alternative: Die Kinder trennten mit einer Form kleine Monde aus dem Teig heraus.
Die zweite eigene Fassung erklärt den Arbeitsvorgang. „Die Kinder schnitten Monde mit einem Messer“ würde eine andere Methode festlegen, die im Ausgangssatz nicht genannt wird.
Eigene Beispiele: eine Auswahl
Ausgangssatz: Mit ihrem gut vorbereiteten Entwurf stach Dalia die anderen Bewerberinnen aus.
Alternative: Mit ihrem gut vorbereiteten Entwurf erhielt Dalia den Vorzug vor den anderen Bewerberinnen.
Die zweite Fassung nimmt etwas Konkurrenzschärfe zurück. Sie erhält das Ergebnis, behauptet aber ebenso wenig wie die erste eine Täuschung oder Rücksichtslosigkeit. Entscheidend ist hier der Entwurf.
Sticht aus, stach aus, hat ausgestochen
Ausstechen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er/sie/es von e zu i. Das Präteritum enthält a, das Partizip o.
Konjugation von ausstechen
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | steche aus | stach aus | steche aus | stäche aus |
| du | stichst aus | stachst aus | stechest aus | stächest aus / stächst aus |
| er/sie/es | sticht aus | stach aus | steche aus | stäche aus |
| wir | stechen aus | stachen aus | stechen aus | stächen aus |
| ihr | stecht aus | stacht aus | stechet aus | stächet aus / stächt aus |
| sie/Sie | stechen aus | stachen aus | stechen aus | stächen aus |
Das Perfekt lautet hat ausgestochen. Die betroffene Person oder Sache steht im Akkusativ: eine Form, eine Pflanze, einen Konkurrenten ausstechen. Eine Ausgangsmenge folgt mit aus und Dativ, etwa aus dem Teig. Mit zu heißt es auszustechen; im Nebensatz steht weil sie die Sterne aussticht.
Erfolg und Motivation getrennt erklären
Eine ehrgeizige Figur möchte viel erreichen. Dass sie jemanden aussticht, beschreibt hingegen ein Ergebnis im Vergleich zu anderen. Man kann ehrgeizig sein und verlieren oder ohne ausgeprägten Ehrgeiz den Vorzug erhalten. Eine Charakterisierung sollte deshalb sowohl das Streben als auch die tatsächliche Handlung erläutern.
Weitere Handlungswörter findest du im Verbenwörterbuch.
