auszahlen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- auszahlen
- Worttrennung
- aus·zah·len
- Präsens
- zahlt aus
- Präteritum
- zahlte aus
- Partizip II
- ausgezahlt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- bei einem Vorteil reflexiv: sich auszahlen (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemandem einen Betrag auszahlen (Dativ + Akkusativ); jemanden auszahlen (Akkusativ)
Auszahlen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben, auch bei der reflexiven Wendung.
Auszahlen bedeutet, einen Geldbetrag an die berechtigte Person zu zahlen oder jemanden finanziell abzufinden. Reflexiv heißt sich auszahlen, dass eine Mühe oder Entscheidung einen lohnenden Nutzen bringt. Dabei muss kein Geld im Spiel sein.
Geld erhalten oder einen Nutzen erleben
Wer Geld auszahlt, gibt einen entsprechenden Betrag an die empfangende Person weiter. Das kann etwa eine vereinbarte Vergütung oder eine andere zustehende Summe betreffen. Auszahlen sagt nicht allein, ob das Geld bar übergeben oder auf andere Weise übertragen wird.
Bei „jemanden auszahlen“ steht die Person statt des Betrags im Akkusativ. Gemeint sein kann, sie für ihre Arbeit zu entlohnen oder ihre finanziellen Ansprüche durch eine Zahlung abzugelten. Welche Ansprüche tatsächlich bestehen, lässt sich aus dem Verb nicht ableiten.
Die reflexive Wendung ist bildlich: „Das sorgfältige Üben zahlt sich aus.“ Sie bedeutet, dass die Mühe einen erkennbaren Vorteil bringt. Dieser Vorteil kann in größerer Sicherheit, einem gelungenen Ergebnis oder weniger Fehlern bestehen. Eine tatsächliche Geldzahlung ist dafür nicht erforderlich.
Eine angekündigte Auszahlung und eine bereits ausgeführte Auszahlung sind außerdem verschiedene Dinge. „Wird ausgezahlt“ kann einen Ablauf oder eine Ankündigung wiedergeben. „Ist auf dem Konto eingegangen“ bezeichnet einen konkreteren Stand auf Empfängerseite. Eine genaue Mitteilung sollte diese Unterschiede beachten.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| ausbezahlen | einen Betrag auszahlen | Weitgehend gleichbedeutend in der Geldlesart. |
| entlohnen | eine Person für Arbeit auszahlen | Betont den Zusammenhang mit einer Arbeitsleistung. |
| abfinden | einen Beteiligten auszahlen | Passt nur zur Abgeltung entsprechender Ansprüche. |
| sich lohnen | eine Mühe zahlt sich aus | Passend zur reflexiven Nutzenlesart, auch ohne Geld. |
Eigene Beispiele: eine vereinbarte Vergütung
Ausgangssatz: Der Veranstalter zahlte der Musikerin das vereinbarte Honorar aus.
Alternative: Der Veranstalter bezahlte der Musikerin das vereinbarte Honorar.
Die eigenen Sätze beschreiben eine Zahlung. „Der Veranstalter versprach der Musikerin ein Honorar“ wäre schwächer: Ein Versprechen ist noch keine ausgeführte Zahlung. Über die konkrete Zahlungsart sagen beide Ausgangsformulierungen nichts.
Eigene Beispiele: Übung bringt einen Vorteil
Ausgangssatz: Das laute Üben zahlte sich beim Vortrag aus.
Alternative: Das laute Üben lohnte sich beim Vortrag.
Die zweite Fassung bewahrt den Nutzen ohne Geldbild. Welche Verbesserung eintrat, bleibt aber offen. Ein anschließender Satz wie „Mara sprach langsamer und vergaß keinen Übergang“ macht die Wirkung nachvollziehbar, statt nur Erfolg zu behaupten.
Zahlt aus, zahlte aus, hat ausgezahlt
Auszahlen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben, auch bei der reflexiven Wendung.
Konjugation von auszahlen
Auszahlen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben, auch bei der reflexiven Wendung.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | zahle aus | zahlte aus | zahle aus | zahlte aus |
| du | zahlst aus | zahltest aus | zahlest aus | zahltest aus |
| er/sie/es | zahlt aus | zahlte aus | zahle aus | zahlte aus |
| wir | zahlen aus | zahlten aus | zahlen aus | zahlten aus |
| ihr | zahlt aus | zahltet aus | zahlet aus | zahltet aus |
| sie/Sie | zahlen aus | zahlten aus | zahlen aus | zahlten aus |
Beim Betrag steht die empfangende Person im Dativ: jemandem einen Betrag auszahlen. Bei der Personenkonstruktion heißt es dagegen jemanden auszahlen. Reflexiv richtet sich das Verb nach dem Subjekt: Die Mühe hat sich ausgezahlt; die Vorbereitungen haben sich ausgezahlt.
Auszahlen ist nicht auszählen
Auszahlen enthält a und das Dehnungs-h. Auszählen mit ä bedeutet zählen, etwa bei Stimmen oder ausgelegten Gegenständen. Die zu-Form lautet auszuzahlen, das Partizip ausgezahlt. Im Nebensatz bleibt das Verb zusammen: weil der Veranstalter das Honorar auszahlt.
Ein lohnendes Ergebnis erklären
In einem Erfahrungsbericht ist „Das zahlt sich immer aus“ meist zu pauschal. Nenne, unter welchen Bedingungen ein Nutzen beobachtet wurde. „Bei diesem Vortrag half das vorherige Üben, die Übergänge sicher zu sprechen“ ist enger, aber nachvollziehbarer. Ein einzelnes gelungenes Beispiel begründet keine Erfolgsgarantie für jede zukünftige Situation.
Weitere Verben findest du im Verbenwörterbuch.
