donnern
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- donnern
- Worttrennung
- don·nern
- Präsens
- donnert
- Präteritum
- donnerte
- Partizip II
- gedonnert
- Hilfsverb
- haben bei Wetter, lautem Sprechen und Schlagen; sein bei geräuschvoller Bewegung
Donnern bezeichnet zunächst das laute Geräusch bei einem Gewitter. Übertragen kann das Verb heftiges Sprechen, Schlagen oder eine geräuschvolle schnelle Bewegung beschreiben. Es verbindet die Handlung mit dem Eindruck großer Lautstärke und oft auch Wucht.
Das Geräusch prägt das Bild
„Es donnert“ beschreibt ein Wetterereignis. Bei einer Stimme oder einem Fahrzeug ist der Gebrauch bildlich: Eine Person redet besonders laut; ein Fahrzeug bewegt sich mit kräftigem Geräusch. Nicht jede Bewegung mit hoher Geschwindigkeit ist deshalb ein Donnern. Der akustische Eindruck gehört gewöhnlich zur Aussage.
Auch ein Schlag kann so beschrieben werden: Jemand donnert mit der Faust gegen eine Tür. Das Wort macht die Szene kraftvoll, sagt aber nicht von selbst, warum die Person handelt. Wut, Eile und der Versuch, sich bemerkbar zu machen, sind unterschiedliche mögliche Gründe.
Welche Wörter treffen den Vorgang?
| Verb | Schwerpunkt | Grenze |
|---|---|---|
| grollen | Tiefer anhaltender Klang | Kann weniger plötzlich wirken. |
| krachen | Heftiges kurzes Geräusch | Betont den einzelnen Schlag oder Zusammenstoß. |
| brüllen | Sehr laute Stimme | Keine Wetterbeschreibung. |
| poltern | Lautes, oft unregelmäßiges Geräusch | Andere Klangvorstellung. |
| rasen | Hohe Geschwindigkeit | Die Lautstärke bleibt offen. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Der Zug donnert durch den Bahnhof.“ – „Der Zug fährt schnell durch den Bahnhof.“ Die zweite Fassung beschreibt vor allem die Geschwindigkeit. Der erste Satz lässt zusätzlich den lauten, wuchtigen Eindruck der Vorbeifahrt hören.
„Er donnert gegen die Tür.“ – „Er klopft gegen die Tür.“ Klopfen ist neutraler und kann leise sein. Wer das Verb ersetzt, verändert damit die Stärke der Handlung und möglicherweise auch die Stimmung der Szene.
Haben oder sein?
Die Formen lauten donnern – donnerte – gedonnert. Bei Wetter, Stimme oder Schlägen steht gewöhnlich haben: Es hat gedonnert. Er hat gegen die Tür gedonnert. Bei einer gerichteten Bewegung steht sein: Der Zug ist durch den Bahnhof gedonnert.
Konjugation von donnernPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | donnere / donnre | donnerte | donnere / donnre | donnerte |
| du | donnerst | donnertest | donnerst | donnertest |
| er/sie/es | donnert | donnerte | donnere / donnre | donnerte |
| wir | donnern | donnerten | donnern | donnerten |
| ihr | donnert | donnertet | donnert | donnertet |
| sie/Sie | donnern | donnerten | donnern | donnerten |
Geräusche anschaulich darstellen
Nutze das Verb dort, wo der Klang für die Wahrnehmung wichtig ist. In einem sachlichen Bericht kann „fuhr schnell“ oder „sprach laut“ genauer sein. In einer Erzählung vermittelt Donnern dagegen die Perspektive einer erschrockenen oder überwältigten Figur. Diese Wirkung sollte aus der Szene entstehen und nicht durch viele ähnliche Kraftwörter überladen werden.
