drangehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- drangehen
- Worttrennung
- dran·ge·hen
- Präsens
- geht dran
- Präteritum
- ging dran
- Partizip II
- drangegangen
- Hilfsverb
- sein
- Gebrauch
- Die Tabelle zeigt die finiten Grundformen in sechs Personen; erforderliche Ergänzungen richten sich nach der im Text erklärten Bedeutung.
Drangehen bedeutet umgangssprachlich, eine Aufgabe in Angriff zu nehmen, sich einer Sache zu nähern oder einen Telefonanruf anzunehmen. Welche Bedeutung vorliegt, ergibt sich aus der Situation und den Ergänzungen im Satz.
Anfangen oder ans Telefon gehen
„Wir müssen endlich drangehen“ meint bei einer liegen gebliebenen Aufgabe, dass die Bearbeitung beginnen soll. Bei einem klingelnden Telefon bedeutet „Gehst du dran?“, dass jemand den Anruf annehmen soll. Die Verkürzung ist im Gespräch verständlich, weil die Beteiligten den Bezug kennen.
In „Geh nicht so nah dran“ steht dagegen die räumliche Annäherung im Mittelpunkt. Ein längerer Sachtext sollte solche Bezüge ausdrücklich nennen. Ohne die gemeinsame Situation ist möglicherweise unklar, ob eine Aufgabe, ein Gegenstand oder ein Anruf gemeint ist.
Alternativen für unterschiedliche Situationen
| Ausdruck | Passender Bezug | Grenze |
|---|---|---|
| in Angriff nehmen | Aufgabe beginnen | Betont aktives Anpacken. |
| sich an etwas machen | Mit einer Tätigkeit beginnen | Benötigt einen klaren Aufgabenbezug. |
| einen Anruf annehmen | Telefon | Sachlich und eindeutig. |
| abheben | Telefonhörer oder Anruf | Hat außerhalb des Telefonkontexts andere Bedeutungen. |
| sich nähern | Räumliche Bewegung | Keine Bearbeitung einer Aufgabe gemeint. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Beim dritten Klingeln ging sie dran.“ – „Beim dritten Klingeln nahm sie den Anruf an.“ Die zweite Fassung nennt den Bezug ausdrücklich und eignet sich gut für eine sachliche Schilderung. Beide Sätze beschreiben den Beginn des Telefonkontakts.
„Wir gehen morgen dran.“ – „Wir erledigen es morgen.“ Die zweite Fassung verspricht mehr. Drangehen bezeichnet hier den Beginn der Bearbeitung; ob die Aufgabe am selben Tag abgeschlossen wird, bleibt offen.
Trennbares Verb
Die Formen lauten drangehen – ging dran – ist drangegangen. Im Hauptsatz wird getrennt: Sie geht dran. Im Nebensatz steht weil sie drangeht. Der Infinitiv mit zu lautet dranzugehen. Für das Anfangen ist auch die längere Form darangehen gebräuchlich.
Konjugation von drangehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe dran | ging dran | gehe dran | ginge dran |
| du | gehst dran | gingst dran | gehest dran | gingest dran |
| er / sie / es | geht dran | ging dran | gehe dran | ginge dran |
| wir | gehen dran | gingen dran | gehen dran | gingen dran |
| ihr | geht dran | gingt dran | gehet dran | ginget dran |
| sie / Sie | gehen dran | gingen dran | gehen dran | gingen dran |
Gesprächsnähe bewusst einsetzen
In einem Dialog wirkt die kurze Form natürlich. In einer Anleitung ist die konkrete Tätigkeit hilfreicher: „Nimm den Anruf an“ oder „Beginne mit der ersten Aufgabe“. So hängt das Verständnis nicht davon ab, dass alle denselben Gegenstand sehen oder denselben Gesprächsverlauf kennen. Die umgangssprachliche Form ist deshalb nicht falsch, aber stärker auf einen erkennbaren Kontext angewiesen.
