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dürsten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
dürsten
Worttrennung
dürs·ten
Präsens
dürstet
Präteritum
dürstete
Partizip II
gedürstet
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
nach etwas dürsten (nach + Dativ)

Gehoben. Die Tabelle zeigt persönliche Formen, etwa ich dürste. Daneben unpersönlich: mich dürstet beziehungsweise es dürstet mich.

Formen und Verwendung im Detail

Dürsten heißt in gehobener Sprache, Durst zu haben. Übertragen bezeichnet es ein starkes Verlangen nach etwas. Wer nach Erkenntnis dürstet, möchte nicht trinken, sondern unbedingt mehr verstehen.

Ein körperliches Bedürfnis als Bild

Die wörtliche Verwendung begegnet vor allem in literarischer, feierlicher oder älter wirkender Sprache. Im gewöhnlichen Gespräch heißt es meist Durst haben. Die Form dursten ohne Umlaut wird ebenfalls für dieses körperliche Bedürfnis gebraucht.

Übertragen macht dürsten einen Wunsch besonders stark. Die Sprache behandelt Erkenntnis, Anerkennung oder Rache wie etwas, das dringend benötigt wird. Ob dieses Verlangen positiv oder problematisch erscheint, hängt vom Gegenstand und vom Zusammenhang ab. Dürsten allein ist deshalb kein eindeutiges Lob oder Urteil über eine Figur.

Die Stärke des Verlangens

AusdruckPassender SinnUnterschied
Durst habenKörperliches BedürfnisDie alltägliche Formulierung.
durstenFlüssigkeit benötigenEng verwandte Form ohne Umlaut.
sich sehnenStarker innerer WunschKann weicher und gefühlvoller klingen.
verlangenEtwas stark wünschenWeniger bildhaft.
lechzenSehr starkes BegehrenÄhnlich bildhaft, oft noch ungeduldiger.

Zwei Satzpaare mit Erklärung

„Die Wandernden dürsten.“ – „Die Wandernden haben Durst.“ Der sachliche Kern bleibt gleich. Die erste Fassung klingt gehobener und kann in einer Erzählung einen feierlichen oder eindringlichen Ton unterstützen.

„Sie dürstet nach Anerkennung.“ – „Sie freut sich über Anerkennung.“ Die zweite Fassung beschreibt eine positive Reaktion, sobald Anerkennung eintritt. Die erste beschreibt ein starkes Bedürfnis danach. Freude über etwas und anhaltendes Verlangen sind nicht gleichbedeutend.

Formen und Anschlüsse

Die Formen lauten dürsten – dürstete – hat gedürstet. Möglich sind ich dürste und die gehobene unpersönliche Verbindung mich dürstet beziehungsweise es dürstet mich. Der Gegenstand des Verlangens folgt häufig mit nach und Dativ: nach neuen Erfahrungen dürsten.

Gehoben. Die Tabelle zeigt persönliche Formen, etwa ich dürste. Daneben unpersönlich: mich dürstet beziehungsweise es dürstet mich.

Konjugation von dürstenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
dürsten: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichdürstedürstetedürstedürstete
dudürstestdürstetestdürstestdürstetest
er/sie/esdürstetdürstetedürstedürstete
wirdürstendürstetendürstendürsteten
ihrdürstetdürstetetdürstetdürstetet
sie/Siedürstendürstetendürstendürsteten

In einer literarischen Deutung

Erkläre, was das Bild dem Wunsch hinzufügt. Eine Figur, die nach Wissen dürstet, wird als besonders wissbegierig dargestellt; ein bloßes Interesse wäre schwächer. Bei einem Verlangen nach Rache kann das Bild dagegen eine beherrschende Fixierung zeigen. Belege diese Deutung mit weiteren Handlungen oder Äußerungen, damit sie nicht allein auf einem Wort beruht.