durchdenken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchdenken
- Worttrennung
- durch·den·ken
- Präsens
- denkt durch
- Präteritum
- dachte durch; durchdachte in der zweiten Tabellenbedeutung
- Partizip II
- durchgedacht (trennbar); durchdacht (untrennbar)
- Hilfsverb
- haben
Durchdenken heißt, einen Plan, eine Frage oder einen Zusammenhang eingehend gedanklich zu prüfen. Dabei werden Einzelheiten, Voraussetzungen und mögliche Folgen berücksichtigt. Das Verb bezeichnet mehr als ein kurzes Erwähnen oder einen ersten Einfall.
Gedanken Schritt für Schritt verfolgen
Wer einen Ablauf durchdenkt, kann fragen, was zuerst geschehen muss, welche Mittel nötig sind und was bei Schwierigkeiten folgt. Die Überlegung muss nicht zu einer Zustimmung führen. Nach dem Durchdenken kann man einen Vorschlag ebenso verwerfen oder verändern.
Das Wort legt eine gründliche Beschäftigung nahe, garantiert aber keine fehlerfreie Einschätzung. Wichtige Informationen können fehlen oder falsch gewichtet werden. Deshalb ist es sinnvoll, gedankliche Prüfung und praktische Erprobung zu unterscheiden. Ein gedanklich schlüssiger Plan kann erst in der Anwendung weitere Schwächen zeigen.
Die Tiefe der Überlegung
| Alternative | Schwerpunkt | Unterschied |
|---|---|---|
| überlegen | Über etwas nachdenken | Breiter und ohne zwingende Gründlichkeit. |
| überdenken | Erneut oder kritisch prüfen | Kann eine bisherige Entscheidung infrage stellen. |
| abwägen | Vor- und Nachteile vergleichen | Nur ein möglicher Teil des Durchdenkens. |
| gedanklich durchspielen | Möglichen Ablauf verfolgen | Betont eine vorgestellte Entwicklung. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Wir durchdenken die Folgen der Änderung.“ – „Wir prüfen die Folgen der Änderung gedanklich.“ Die Alternative erklärt die Tätigkeit ohne das zusammengesetzte Verb. Durchdenken legt besonders nahe, dass mehrere zusammenhängende Aspekte berücksichtigt werden. Ein bloßes Erwähnen der Folgen würde diese Arbeit nicht ausdrücken.
„Sie denkt den Ablauf bis zum Ende durch.“ – „Sie spielt den Ablauf bis zum Ende gedanklich durch.“ Beide Fassungen bleiben in der Vorstellung. Durchspielen macht den Ablauf besonders anschaulich, als würde sie die einzelnen Schritte probeweise verfolgen. Tatsächlich ausführen würde dagegen eine andere, praktische Tätigkeit benennen.
Zwei Formen sind möglich
Untrennbar heißt es sie durchdenkt, durchdachte, hat durchdacht; dazu gehört zu durchdenken. Trennbar lautet es sie denkt durch, dachte durch, hat durchgedacht; dazu gehört durchzudenken. Bei der trennbaren Form wird häufig das gedankliche Verfolgen bis zum Ende hervorgehoben. Die Bedeutungen liegen eng beieinander.
Konjugation von durchdenkenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | denke durch | dachte durch | denke durch | dächte durch |
| du | denkst durch | dachtest durch | denkest durch | dächtest durch |
| er/sie/es | denkt durch | dachte durch | denke durch | dächte durch |
| wir | denken durch | dachten durch | denken durch | dächten durch |
| ihr | denkt durch | dachtet durch | denket durch | dächtet durch |
| sie/Sie | denken durch | dachten durch | denken durch | dächten durch |
Konjugation von durchdenkenSechs Personen mit finiten Formen. Eine Sache in ihren Aspekten erfassen: untrennbar.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | durchdenke | durchdachte | durchdenke | durchdächte |
| du | durchdenkst | durchdachtest | durchdenkest | durchdächtest |
| er/sie/es | durchdenkt | durchdachte | durchdenke | durchdächte |
| wir | durchdenken | durchdachten | durchdenken | durchdächten |
| ihr | durchdenkt | durchdachtet | durchdenket | durchdächtet |
| sie/Sie | durchdenken | durchdachten | durchdenken | durchdächten |
Das Adjektiv durchdacht bewertet das Ergebnis solcher Überlegungen, etwa einen in sich stimmigen Plan.
In Aufträgen genauer werden
Die Aufforderung „Denk das durch“ wird verständlicher, wenn sie einen Bezug erhält: Welche Folgen für den Zeitplan wären denkbar? Wer müsste zustimmen? Was passiert, wenn ein Schritt scheitert? Solche Fragen machen die verlangte Überlegung sichtbar. Sie helfen auch dabei, in einer Argumentation eine bloße Behauptung von einer ausgeführten Begründung zu unterscheiden.
