erregen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- erregen
- Worttrennung
- er·re·gen
- Präsens
- erregt
- Präteritum
- erregte
- Partizip II
- erregt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich über etwas erregen (über + Akkusativ)
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- etwas oder jemanden erregen (Akkusativ)
Die Stammformen heißen erregen – erregte – hat erregt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Eine ausgelöste Reaktion oder eine betroffene Person kann im Akkusativ stehen.
Erregen bedeutet, einen lebhaften inneren Zustand, eine Reaktion oder besondere Aufmerksamkeit hervorzurufen. Reflexiv kann sich erregen heißen, sich aufzuregen. Daneben gibt es eine sexuelle Bedeutung, die nur im passenden Zusammenhang gemeint ist.
Bedeutung und Verwendung
Die Ergänzung entscheidet über die Lesart. Aufmerksamkeit erregen heißt, bemerkt zu werden; Anstoß erregen heißt, Ablehnung hervorzurufen. Das Verb allein legt daher keine positive oder negative Wirkung fest. Eine auffällige Handlung kann unterschiedliche Reaktionen auslösen.
Wenn sich eine Person über etwas erregt, wird ihre emotionale Aufgewühltheit betont, häufig Ärger. Jemanden erregen kann jedoch auch sexuelle Erregung bezeichnen. Deshalb ist in sachlichen Beschreibungen eine eindeutige Ergänzung hilfreich. Aufregen oder Interesse wecken kann die gewünschte Bedeutung genauer treffen.
Synonyme im Gebrauch
- Hervorrufen
- Die breite, eher sachliche Alternative bei einer Wirkung. Es verlangt meist eine benannte Reaktion und vermeidet einige mehrdeutige Lesarten von erregen.
- Aufregen
- Passt zur emotionalen Unruhe. Es kann Ärger, Nervosität oder Spannung bezeichnen, ist aber kein vollständiger Ersatz für Aufmerksamkeit erregen.
- Wecken
- Passt besonders zu Interesse, Neugier oder bestimmten Gefühlen. Das Bild stellt den Beginn eines Zustands dar und klingt häufig weniger heftig.
Zwei eigene Satzpaare
Ausgangssatz: Der ungewöhnliche Titel erregte die Aufmerksamkeit der Gruppe.
Alternative: Der ungewöhnliche Titel weckte das Interesse der Gruppe.
Die Alternative verändert die Aussage leicht: Aufmerksamkeit kann nur ein kurzes Bemerken sein, Interesse eine inhaltliche Hinwendung. Beide Wirkungen sollten nicht ohne Weiteres gleichgesetzt werden.
Ausgangssatz: Die Figur erregt sich über die ungerechte Aufgabenverteilung.
Alternative: Die Figur regt sich über die ungerechte Aufgabenverteilung auf.
Die zweite Form klingt alltäglicher. Beide Sätze beschreiben eine emotionale Reaktion. Ob die Bewertung ungerecht vom Erzähler oder von der Figur stammt, sollte der Zusammenhang erkennen lassen.
Grammatik und Schreibweise
Die Stammformen heißen erregen – erregte – hat erregt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Eine ausgelöste Reaktion oder eine betroffene Person kann im Akkusativ stehen.
Die Stammformen heißen erregen – erregte – hat erregt. Das Verb ist schwach und untrennbar. Eine ausgelöste Reaktion oder eine betroffene Person kann im Akkusativ stehen.
Konjugation von erregenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | errege | erregte | errege | erregte |
| du | erregst | erregtest | erregest | erregtest |
| er/sie/es | erregt | erregte | errege | erregte |
| wir | erregen | erregten | erregen | erregten |
| ihr | erregt | erregtet | erreget | erregtet |
| sie/Sie | erregen | erregten | erregen | erregten |
Reflexiv lautet es sich über etwas erregen, mit über und Akkusativ. Das Partizip erregt kann einen Zustand beschreiben: eine erregte Diskussion.
Treffend formulieren
Benenne möglichst die konkrete Wirkung, statt nur zu schreiben, etwas habe erregt. Besonders bei Personen kann das fehlende Objekt eine andere Lesart nahelegen. In Analysen helfen beobachtbare Anzeichen und der Anlass der Reaktion, ohne aus einer einzelnen Szene einen dauerhaften Charakterzug abzuleiten.
Das Adjektiv erregt beschreibt den entstehenden Zustand. Auch dort muss die konkrete emotionale oder andere Lesart aus der Situation hervorgehen.
