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erziehen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
erziehen
Worttrennung
er·zie·hen
Präsens
erzieht
Präteritum
erzog
Partizip II
erzogen
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Erziehen bedeutet, die Entwicklung eines Menschen durch Anleitung, Vorbild und Regeln zu begleiten und sein Verhalten oder seine Einstellungen zu beeinflussen. Häufig geht es um Kinder und Jugendliche. Das Wort bezeichnet einen längerfristigen Einfluss und nicht nur eine einzelne Erklärung oder Anweisung.

Bedeutung und Verwendung

Wer ein Kind zur Selbstständigkeit erzieht, möchte ihm beispielsweise ermöglichen, Entscheidungen zunehmend selbst zu treffen. Wie diese Erziehung aussieht, sagt das Verb allein nicht: Sie kann verständnisvoll, streng, widersprüchlich oder geduldig sein. Deshalb sollte ein Text die konkrete Vorgehensweise benennen, wenn er erzieherisches Verhalten beurteilt.

Die Verbindung jemanden zu etwas erziehen nennt ein angestrebtes Verhalten oder eine Haltung. Jemanden zu einem Menschen erziehen, der Rücksicht nimmt beschreibt dagegen eine gewünschte Entwicklung der Person. In der Gartenarbeit kann erziehen außerdem bedeuten, das Wachstum einer Pflanze in eine bestimmte Form zu lenken. Dieser fachliche Gebrauch betrifft keine menschliche Bildung.

Synonyme im Gebrauch

Großziehen hebt die Begleitung eines Kindes bis zum Heranwachsen hervor und schließt Versorgung ein. Betreuen kann auch eine kurze Aufsicht bezeichnen; daraus folgt noch kein längerfristiger Erziehungsauftrag. Anleiten richtet sich oft auf eine konkrete Tätigkeit. Prägen beschreibt einen nachhaltigen Einfluss, der auch unbeabsichtigt entstehen kann. Erziehen legt stärker ein bewusstes Handeln nahe.

„Die Eltern erziehen ihre Tochter zu einem achtsamen Umgang mit Tieren.“
„Die Eltern leiten ihre Tochter beim Umgang mit Tieren an.“

Im ersten Satz steht eine dauerhafte Haltung im Mittelpunkt. Der zweite kann sich auf eine konkrete Situation beziehen, etwa das Füttern eines Kaninchens.

„Die Großmutter hat ihn erzogen.“
„Die Großmutter hat ihn geprägt.“

Erzogen weist ihr eine aktive erzieherische Rolle zu. Geprägt lässt offen, ob sie diese Rolle übernommen hat: Auch ihre Erzählungen oder ihr Vorbild könnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben.

Grammatik und Wortformen

Erziehen ist ein unregelmäßiges Verb. Die Stammformen lauten erziehen – erzog – hat erzogen. Im Präsens heißt es ich erziehe, du erziehst, sie erzieht; im Plural wir erziehen, ihr erzieht, sie erziehen. Die Aufforderung lautet erzieh! oder erziehe!, an mehrere Personen erzieht!. Die Vorsilbe er- wird nicht abgetrennt. Der Infinitiv mit zu lautet zu erziehen.

Konjugation von erziehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
erziehen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
icherzieheerzogerzieheerzöge
duerziehsterzogsterziehesterzögest / erzögst
er/sie/eserziehterzogerzieheerzöge
wirerziehenerzogenerziehenerzögen
ihrerziehterzogterzieheterzöget / erzögt
sie/Sieerziehenerzogenerziehenerzögen

Erziehen in einer Charakterisierung

Erfundene Situation: Ein Vater lässt sein Kind den Schulweg zunächst unter Begleitung und später allein bewältigen. Ein möglicher Analysesatz lautet: „Der Vater erzieht sein Kind zur Selbstständigkeit, indem er Verantwortung schrittweise überträgt.“ Die Deutung stützt sich auf das beschriebene Vorgehen. Sie beweist noch nicht, dass er in allen Lebensbereichen ein geduldiger oder fürsorglicher Mensch ist.