etablieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- etablieren
- Worttrennung
- eta·blie·ren
- Präsens
- etabliert
- Präteritum
- etablierte
- Partizip II
- etabliert
- Hilfsverb
- haben
Etablieren bedeutet, etwas einzurichten und ihm einen festen Platz zu verschaffen. Sich etablieren heißt, dauerhaft Fuß zu fassen oder Anerkennung zu gewinnen. Das Verb betont häufig, dass eine Einrichtung, Gewohnheit oder Person beständig Teil eines Umfelds wird.
Bedeutung und Verwendung
Eine Schule kann ein wöchentliches Lesegespräch etablieren. Damit ist meist mehr gemeint als die einmalige Durchführung: Das Gespräch soll zu einer verlässlichen Gewohnheit werden. Eine Autorin, die sich in einer literarischen Szene etabliert, hat dort einen festen Platz gefunden. Welche Leistungen oder Beziehungen dazu geführt haben, sagt das Verb allein nicht.
Auch das Einrichten oder Gründen eines Unternehmens kann als Etablieren bezeichnet werden. Reflexiv ist außerdem ein Niederlassen an einem Ort möglich. Im heutigen allgemeinen Gebrauch steht jedoch oft das dauerhafte Bestehen im Vordergrund. Die Form etabliert kann entsprechend eine gefestigte oder anerkannte Stellung ausdrücken. Sie bedeutet nicht automatisch, dass etwas modern, gut oder unumstritten ist.
Synonyme im Gebrauch
Einführen lenkt den Blick auf den Beginn. Verankern betont die dauerhafte Einbindung in eine Struktur oder Gewohnheit. Gründen bezeichnet die Entstehung einer Organisation, ohne deren späteren Bestand zu garantieren. Fuß fassen ist eine anschauliche Alternative zu sich etablieren. Sich durchsetzen hebt häufig den Erfolg gegenüber Widerstand oder Konkurrenz hervor.
„Die Bibliothek hat eine monatliche Schreibwerkstatt etabliert.“
„Die Bibliothek hat eine monatliche Schreibwerkstatt eingeführt.“
Etabliert legt nahe, dass die Werkstatt inzwischen fest zum Angebot gehört. Eingeführt bestätigt zunächst nur den Beginn. Ob das Angebot dauerhaft angenommen wird, bleibt im zweiten Satz offen.
„Die junge Illustratorin hat sich im Verlag etabliert.“
„Die junge Illustratorin hat sich im Verlag durchgesetzt.“
Der erste Satz betont ihren gefestigten Platz. Der zweite lässt stärker an Widerstände oder konkurrierende Vorschläge denken. Solche Konflikte sollten nicht allein durch den Austausch des Verbs hinzuerfunden werden.
Grammatik und Formen
Das regelmäßige Verb lautet in seinen Stammformen etablieren – etablierte – hat etabliert. Das Partizip hat kein ge-: etabliert. Im Präsens heißt es ich etabliere, du etablierst, sie etabliert. Beim reflexiven Gebrauch gehört das passende Reflexivpronomen dazu: ich etabliere mich, wir etablieren uns. Ein Akkusativobjekt steht dagegen bei eine Methode etablieren.
Konjugation von etablierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | etabliere | etablierte | etabliere | etablierte |
| du | etablierst | etabliertest | etablierest | etabliertest |
| er/sie/es | etabliert | etablierte | etabliere | etablierte |
| wir | etablieren | etablierten | etablieren | etablierten |
| ihr | etabliert | etabliertet | etablieret | etabliertet |
| sie/Sie | etablieren | etablierten | etablieren | etablierten |
Den gemeinten Erfolg benennen
In einem Bericht ist eine konkrete Erläuterung oft hilfreicher als das bloße Etikett etabliert. Regelmäßige Teilnahme kann zeigen, dass ein Angebot angenommen wird; eine lange Erscheinungsdauer kann für einen festen Platz einer Zeitschrift sprechen. Für eine Bewertung sollten diese beobachtbaren Merkmale genannt werden. Etablieren beschreibt dann nachvollziehbar einen Prozess und dient nicht nur als unbestimmtes Erfolgswort.
