Meine Wörter

färben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
färben
Worttrennung
fär·ben
Präsens
färbt
Präteritum
färbte
Partizip II
gefärbt
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
auch reflexiv: sich färben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas färben (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Färben bedeutet etwas mit Farbe oder Farbstoff verändern. Sich färben heißt eine Farbe annehmen. Übertragen kann ein Eindruck, eine Stimmung oder eine Haltung eine Darstellung färben.

Eine Farbe bekommen oder einen Ton erhalten

Wer einen Stoff färbt, verändert dessen Farbe. Dafür wird nicht notwendig eine sichtbare Farbschicht auf die Oberfläche gestrichen: Färben und Anmalen können verschiedene Verfahren meinen. In „Die Blätter färben sich gelb“ entsteht die Veränderung ohne eine malende Person. Der Satz beschreibt, dass die Blätter eine andere Farbe annehmen.

Übertragen kann beispielsweise Enttäuschung einen Bericht färben. Der Bericht erhält dann einen entsprechenden Ton oder eine bestimmte Sichtweise. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche Angaben falsch sind. Die Wortwahl kann aber zeigen, wie stark die eigene Haltung die Darstellung beeinflusst. Umgangssprachlich kann „Der Stoff färbt“ außerdem bedeuten, dass er Farbe abgibt.

Synonyme im Gebrauch

Einfärben betont das gezielte Versehen mit einer Farbe. Anmalen stellt das Auftragen von Farbe auf eine Oberfläche heraus. Kolorieren passt insbesondere zum farbigen Gestalten von Bildern. Sich verfärben kann eine unerwünschte Farbveränderung nahelegen. Im übertragenen Sinn sind prägen oder beeinflussen mögliche Alternativen; sie benennen den Einfluss, ohne das Bild einer Farbe zu verwenden.

„Wir färben das Tuch für das Bühnenbild blau.“
„Wir malen das Tuch für das Bühnenbild blau an.“

Das Ergebnis kann ähnlich aussehen, doch die Sätze beschreiben nicht sicher dasselbe Verfahren. Beim zweiten wird Farbe aufgetragen. Bei einer Arbeitsanleitung sollte dieser Unterschied erhalten bleiben.

„Ihre Enttäuschung färbt die Schilderung des Abends.“
„Ihre Enttäuschung beeinflusst die Schilderung des Abends.“

Die zweite Fassung erklärt die übertragene Bedeutung sachlicher. Färben macht den besonderen Ton der Darstellung anschaulich. Beide Sätze lassen offen, welche Einzelheiten trotzdem zutreffend wiedergegeben sind.

Mit und ohne sich

Die Formen lauten färben – färbte – hat gefärbt. Mit einem Gegenstand steht der Akkusativ: einen Stoff färben. Bei einer Veränderung des Gegenstands selbst heißt es Der Stoff hat sich verfärbt oder Die Blätter haben sich gefärbt. Eine Farbangabe bleibt dabei ungebeugt: Sie färbt den Stoff blau. Vor einem Nomen wird das Partizip gebeugt: ein blau gefärbter Stoff.

Konjugation von färbenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
färben: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichfärbefärbtefärbefärbte
dufärbstfärbtestfärbestfärbtest
er/sie/esfärbtfärbtefärbefärbte
wirfärbenfärbtenfärbenfärbten
ihrfärbtfärbtetfärbetfärbtet
sie/Siefärbenfärbtenfärbenfärbten

Eine Textwirkung konkret benennen

In einer Analyse ist „emotional gefärbt“ erst der Anfang einer Erklärung. Welche Wörter vermitteln Ärger, Freude oder Enttäuschung? Beschreibt die erzählende Person eine kurze Wartezeit etwa als endlose Qual, lässt sich die Wirkung am Ausdruck zeigen. Eine solche Beobachtung ist genauer als die pauschale Behauptung, ein Text sei vollständig unsachlich.