füllen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- füllen
- Worttrennung
- fül·len
- Präsens
- füllt
- Präteritum
- füllte
- Partizip II
- gefüllt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich füllen
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- einen Behälter mit etwas füllen; etwas in einen Behälter füllen
Füllen bedeutet, etwas in einen Behälter, Raum oder vorgesehenen Bereich zu geben. Reflexiv heißt sich füllen, dass ein solcher Bereich voller wird. Übertragen können auch Zeiträume mit Tätigkeiten gefüllt werden.
Inhalt in einen Bereich bringen
Eine Flasche lässt sich mit Wasser füllen, ein Kissen mit weichem Material. Das Verb richtet den Blick auf Inhalt und aufnehmenden Bereich. Wie voll etwas am Ende ist, kann eine Ergänzung klären: halb füllen, bis zum Rand füllen oder nur teilweise füllen.
Bei einem Saal, der sich füllt, kommen nach und nach Menschen hinzu. Niemand muss dabei den gesamten Raum aktiv befüllen. Übertragen kann man einen Nachmittag mit Spielen füllen. Gemeint ist dann die zeitliche Beschäftigung, nicht eine körperliche Füllmasse.
Befüllen, auffüllen oder ausfüllen?
| Alternative | Passender Gebrauch | Unterschied |
|---|---|---|
| befüllen | einen Behälter mit Inhalt versehen | Ist oft sachlich-technisch. |
| auffüllen | fehlenden Inhalt ergänzen | Betont, dass etwas wieder mehr oder vollständig Inhalt erhält. |
| ausfüllen | Lücken oder vorgesehene Flächen besetzen | Kann auch Formulare und freie Zeit betreffen. |
„Lena füllt die Kanne mit Wasser.“
„Lena befüllt die Kanne mit Wasser.“
Beide Sätze beschreiben denselben Grundvorgang. Ob die Kanne zuvor leer war und wie voll sie wird, bleibt ohne weitere Angabe offen.
„Die Gäste füllen den Saal.“
„Der Saal füllt sich mit Gästen.“
Die zweite Fassung rückt die Veränderung des Raums in den Mittelpunkt. Sie beschreibt nicht zwingend, dass schon jeder Platz besetzt ist.
Inhalt und Behälter im Satz
Die Formen lauten füllt, füllte, hat gefüllt. Man kann einen Behälter mit etwas füllen oder einen Stoff in einen Behälter füllen. Reflexiv heißt es „Der Raum hat sich gefüllt“. Das jeweils andere Satzmuster verändert den Blick auf denselben Vorgang.
Konjugation von füllenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | fülle | füllte | fülle | füllte |
| du | füllst | fülltest | füllest | fülltest |
| er/sie/es | füllt | füllte | fülle | füllte |
| wir | füllen | füllten | füllen | füllten |
| ihr | füllt | fülltet | füllet | fülltet |
| sie/Sie | füllen | füllten | füllen | füllten |
Die Füllmenge präzisieren
In einer Anleitung sind genaue Angaben hilfreicher als das Verb allein. „Bis zur Markierung mit Wasser füllen“ beschreibt eine Grenze, die „Wasser einfüllen“ noch offenlässt. Das gilt ebenso für Zeitpläne, bei denen Dauer und Tätigkeiten konkret genannt werden sollten. Eine Aussage über einen gefüllten Raum sollte nicht automatisch als Aussage über seine Kapazitätsgrenze verstanden werden; dafür helfen Zusätze wie vollständig oder teilweise.
