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fürchten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
fürchten
Worttrennung
fürch·ten
Präsens
fürchtet
Präteritum
fürchtete
Partizip II
gefürchtet
Hilfsverb
haben
Reflexiver Gebrauch
auch reflexiv: sich vor jemandem oder etwas fürchten (vor + Dativ)
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden oder etwas fürchten (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Fürchten bedeutet, Angst vor jemandem oder etwas zu haben oder etwas Unangenehmes zu erwarten. Es kann direkt mit einem Objekt und reflexiv als sich vor etwas fürchten verwendet werden.

Angst und negative Erwartung

Wer einen Hund fürchtet, empfindet ihn als bedrohlich. Wer fürchtet, einen Zug zu verpassen, erwartet dagegen einen unerwünschten Ausgang. Die Stärke des Gefühls ist nicht festgelegt: Fürchten kann von einer Sorge bis zu deutlicher Angst reichen.

In der höflichen Formulierung „Ich fürchte, das wird nicht klappen“ kann das Verb eine vorsichtige negative Einschätzung einleiten. Dann muss keine starke persönliche Angst gemeint sein. In älteren oder religiösen Zusammenhängen kann fürchten außerdem Ehrfurcht ausdrücken; diese Verwendung ist gesondert zu erklären.

Angst haben oder befürchten?

AlternativeGeeignet beiUnterschied
Angst haben vorempfundener BedrohungIst eine unmittelbare Umschreibung.
befürchtenerwartetem ungünstigem ErgebnisBetont die Einschätzung dessen, was geschehen könnte.
respektierenAnerkennung von Grenzen oder FähigkeitenBedeutet nicht automatisch Angst.

„Die Figur fürchtet den dunklen Gang.“
„Die Figur hat Angst vor dem dunklen Gang.“

Beide Sätze beschreiben ein Angstgefühl. Der erste verwendet ein direktes Objekt, der zweite eine Präpositionalgruppe. Ob tatsächlich Gefahr besteht, bleibt offen.

„Ich fürchte, wir kommen zu spät.“
„Ich befürchte, wir kommen zu spät.“

Hier steht die Erwartung eines ungünstigen Ergebnisses im Mittelpunkt. Die Formulierung kann eine vorsichtige Warnung sein und beweist keinen panischen Zustand.

Zwei gebräuchliche Satzmuster

Die Formen lauten fürchtet, fürchtete und hat gefürchtet. Man kann jemanden oder etwas fürchten, mit Akkusativ. Reflexiv heißt es sich vor jemandem oder etwas fürchten; vor steht dabei mit Dativ. Das Reflexivpronomen richtet sich nach dem Subjekt.

Konjugation von fürchtenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
fürchten: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichfürchtefürchtetefürchtefürchtete
dufürchtestfürchtetestfürchtestfürchtetest
er/sie/esfürchtetfürchtetefürchtefürchtete
wirfürchtenfürchtetenfürchtenfürchteten
ihrfürchtetfürchtetetfürchtetfürchtetet
sie/Siefürchtenfürchtetenfürchtenfürchteten

In Texten des 18. und 19. Jahrhunderts kann außerdem die historische Form furchten in der Bedeutung fürchten vorkommen. Sie ist keine heutige Standardschreibung. Davon zu unterscheiden ist das Verb furchen, das das Ziehen oder Bilden von Furchen bezeichnet.

Deutung nicht vorwegnehmen

In einer Analyse sollte deutlich werden, ob die Angst ausdrücklich genannt oder aus Verhalten erschlossen wird. Schweigen allein beweist kein Fürchten; der Anlass und weitere Textsignale sind entscheidend. Selbst die Aussage einer Figur über ihre Angst kann eine bestimmte Perspektive darstellen. Sie sollte im Verhältnis zu den übrigen geschilderten Ereignissen gelesen werden.